Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs

Er vergriff sich an jungen Mädchen

Germering – Er war jahrelang in Therapie, doch geholfen hat es offenbar nichts: Ein 20-Jähriger war wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht, und das nicht zum ersten Mal.

2011 und 2013 hatte er bereits wegen exhibitionistischer Handlungen, 2013 auch wegen Missbrauchs von Kindern, vor einem Richter gesessen. Der 20-Jährige hatte auch jahrelang regelmäßig eine Therapeutin aufgesucht. Doch vor knapp einem Jahr kam es zu erneuten Vorfällen.

Anfang Mai befriedigte er sich vor den Augen einer damals 13-Jährigen. Wenige Wochen später wiederholte er dies vor einer heute 17-Jährigen. Er forderte seine Opfer zudem zu sexuellen Handlungen auf. Der damals 16-Jährigen bot er 50 Euro, wenn sie ihn befriedigen würde.

Für die Mädchen hatte das schlimme Folgen. Die 17-Jährige traute sich tagelang nicht aus dem Haus. Bis heute traut sie sich nicht mehr in den Park, wo der Vorfall geschah.

Der Angeklagte räumte die Taten überwiegend ein. Er bestritt aber, die 16-Jährige zu sexuellen Handlungen gegen Geld aufgefordert zu haben. Er habe ihr Geld geboten, wenn sie ihn nicht bei der Polizei Anzeige, beteuerte er. Außerdem habe er nicht erkannt, dass das jüngere Opfer unter 14 Jahre alt sei.

Das nahm ihm das Jugendschöffengericht aber nicht ab. Das Mädchen wirke auch heute noch sehr kindlich. Zudem zählten schon früher eine Elf- und eine Zwölfjährige zu seinen Opfern.

Auch an der Aussage des heute 17-jährigen Opfers hatte das Gericht keinerlei Zweifel. Es verurteilte den jungen Mann wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, versuchter sexueller Nötigung einer Jugendlichen und exhibitionistischer Handlungen.

Sein Verteidiger hatte eine Jugendstrafe zur Bewährung beantragt. Nun muss der junge Mann einen zweiwöchigen Dauerarrest absitzen, sich außerdem bei der psychologischen Fachambulanz für Sexualstraftäter vorstellen und nach deren Empfehlung eventuell eine Behandlung aufnehmen.

Zwar versicherte der 20-Jährige, dass er seit den Vorfällen nichts mehr getan habe. Sein Verteidiger gab an: „Ich glaube nicht, dass wir hier eine Zeitbombe sitzen haben.“ Eine Gutachterin wollte allerdings eine Wiederholung nicht ausschließen und empfahl eine therapeutische Behandlung.

sus

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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