Vater soll seine Kinder mit heißer Gürtelschnalle verprügelt haben

Olching - Nahezu täglich soll ein Familienvater seine drei Kinder mit Gürtelschnalle und Schuhen verprügelt haben. Auch die Mutter, selbst Opfer der Gewaltausbrüche ihres Mannes, soll die Kinder geschlagen haben.

Das Paar saß jetzt auf der Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes. Der 38-Jährigen wurde Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen, ihrem 44-jährigen Ehemann zudem gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung.

Eine Tochter des Paares hatte sich vor zwei Jahren in ihrer Schule einer Beratungslehrerin offenbart und über die Züchtigungen ihres Vaters gesprochen. Die Schule schaltete sofort das Jugendamt ein. Gegenüber einer Mitarbeiterin wiederholte das Mädchen später die Beschuldigungen. „Sie hatte panische Angst nach Hause zu gehen“, erinnerte sich die damalige Jugendamt-Mitarbeiterin. Und sie habe sich große Sorgen um ihre Geschwister gemacht. Nach Hause musste das Kind nicht mehr: Noch am selben Tag wurden sie und ihre beiden Geschwister aus der Familie genommen und in einer Pflegefamilie untergebracht.

Der ältere Bruder des kleinen Mädchens bestätigte später gegenüber einer Erzieherin und der damaligen Mitarbeiterin des Jugendamtes die Anschuldigen seiner Schwester. Zunächst habe der Bub allerdings die Gewalt in der Familie bestritten, berichtete die Erzieherin, die zahlreiche Gespräche mit dem Kind geführt hat. Er habe lediglich erzählt, dass ein Freund von ihm von dessen Vater mit einer Gürtelschnalle geschlagen worden sei. Doch später habe er eingeräumt, dass er selber dieser Bub gewesen sei. Und er präzisierte die Gewalttaten seines Vaters: So soll dieser die Kinder mit einer heiß gemachten Gürtelschnalle, mit Schuhen und bei einer Fahrt in die Heimat der Familie mit einem Stock geschlagen haben. Auch die Mutter habe zugeschlagen, aber seltener.

Die Eltern schwiegen zu den Vorwürfen, die Kinder selber hatten bereits vor einiger Zeit erklärt, sie wollten gegen ihre Eltern nicht aussagen. Die Kinder sind mittlerweile auch in ihr Elternhaus zurückgekehrt. Ein Urteil wurde noch nicht gesprochen. Der Richter setzte das Verfahren aus. Er will unter anderem beim Jugendamt die Erlaubnis einholen lassen, dass die damaligen Aussagen der Kinder im Verfahren verwerten zu dürfen. Bis erneut verhandelt werden kann, wird einige Zeit vergehen: Die Mutter der Kinder ist erneut schwanger. (sus)

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