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Verein Sprint

Jungen Straftätern den richtigen Weg zeigen

Fürstenfeldbruck – Seit 15 Jahren hilft der Verein Sprint jugendlichen Straftätern dabei, wieder ins Leben zu finden. Die Verantwortlichen vermitteln beispielsweise Stellen, an denen Sozialstunden abgeleistet werden können. Und das mit Erfolg. Das zeigt die Einschätzung des Münchner Instituts „Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung“ (AfA).

Auch die Jugendlichen wurden befragt, unter ihnen der 20-jährige Sven (Name geändert). Sven wurde wegen schwerer Körperverletzung zu 60 Sozialstunden verurteilt. Eigentlich wollte er seine Strafe in einem Freibad ableisten. „Vor Antritt seiner Sozialstunden war Sven nicht zufrieden mit der Wahl der Einsatzstelle“, erzählt AfA-Mitarbeiterin Annegret Schefold. Also suchte ihm Sprint eine andere Stelle. Sven begann, im Vogelpark Olching zu arbeiten – ein langjähriger Kooperationspartner von Sprint. Es wurden Regeln vereinbart: Keine Drogen, keine Gewalt.

Schnell blühte Sven auf. Es gefiel ihm, aktiv zu sein. Typische Aufgaben wie Unkraut jäten machten ihm Spaß. Nach einiger Zeit aber ließ seine Motivation nach. Er erschien einfach nicht mehr bei der Arbeit. In einem Gespräch machten ihm die Verantwortlichen klar, dass sein Verhalten Konsequenzen hat.

Das nahm sich der 20-Jährige zu Herzen. Er leistete darauf hin 50 Stunden ab. Wie er selbst sagt, war dies eine anstrengende Zeit für ihn. „Es zeigte sich, dass Sven stolz war, auf das, was er leistete. Es gelang ihm, eine gewisse Arroganz anderen gegenüber abzulegen“, erzählt Schefold von der AfA. Ihm war die Abmachung klar: Du erledigst deine Arbeit, dafür bekommst du Freiheiten. Sven hat gelernt, Eigenverantwortung zu übernehmen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die großen pädagogischen Potenziale der Arbeitsleistung offenbar darin liegen, dass Jugendliche mit einer realen Arbeitssituation konfrontiert werden, die Herausforderungen an sie stellt und neue Erfahrungsmöglichkeiten eröffnet“, sagt Sprint-Chef Manfred Fock. (Angi Kiener)

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