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Verein will zweite Moschee in Bruck bauen

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Fürstenfeldbruck - Wird Bruck eine zweite Moschee bekommen? Der Bauantrag für das Gotteshaus wurde jetzt eingereicht.

Es soll samt Minarett in der Augsburger Straße 31 entstehen. Dort hat die muslimische Gemeinde bereits jetzt einen Gebetsraum.

Eine Moschee gibt es bereits in der Kreisstadt. Sie wird betrieben vom Deutsch-türkischen Kulturzentrum an der Landsberger Straße im Westen. Das zweite islamische Gotteshaus will der Türkisch Islamische Verein Fürstenfeldbruck (DiTiB) errichten. Der Verein kämpft seit vielen Jahren für den Neubau.

Die Moschee soll ein Erdgeschoss umfassen sowie zwei Stockwerke, gekrönt von einer goldenen Kuppel. Neben dem großen Gebetsraum bietet das geplante Gemeindezentrum Räume für Frauen und Jugendliche, Gruppenstunden und Unterricht. „Wir wollen auch eine Teestube einrichten“, berichtet der ehemalige Vorsitzende und heutige Ehrenpräsident des DiTiB, Mehmet-Akif Nemutlu. Gesamtkosten der ganzen Anlage: rund 1,2 Millionen Euro.

Vor zehn Jahren, Mitte 2002, hat der DiTiB das rund 700 Quadratmeter große Grundstück gekauft. Das darauf stehende Haus sollte abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. „Es ist alt und nur provisorisch eingerichtet“, sagt Nemutlu. Es gebe keine Räume, in denen sich Frauen treffen oder Jugendliche Hausaufgaben machen könnten. „Es ist eigentlich nur das Gebet möglich.“ Zu diesem kommt regelmäßig ein Großteil der rund 100 Vereinsmitglieder.

Bereits 2003 stellte der DiTiB erste Anträge für einen Neubau. Der Stadtrat schmetterte sie ab. Auch Anwohner waren wenig begeistert. Sie befürchteten Lärm - vor allem zu den nächtlichen Gebetszeiten. Für Unmut sorgte zudem das Minarett in seiner damals geplanten Form - obwohl nie davon die Rede war, dass von dort aus ein Muezzin zum Gebet rufen sollte.

Doch die muslimische Gemeinde gab nicht auf. 2005 landete das Vorhaben Moschee gar vor dem Verwaltungsgericht. Der Landkreis hatte den Bauvorbescheid aus Lärmschutzgründen und mangels Parkplätzen abgelehnt. Die Richter gaben der Behörde recht.

Beim zweiten Anlauf hat der DiTiB nun nachgebessert. „Wir haben alles gemacht, was der Anwohner gefordert hat“, versichert Nemutlu. Es gibt eine Tiefgarage und Vorkehrungen zum Lärmschutz. Das Minarett ist von der Augsburger Straße weg gerückt an die Rückseite des Gotteshauses Richtung Volksfestplatz. „Es wird niedriger als der höchste Kirchturm in der Stadt“, betont der Ehrenvorsitzende.

Die so umgestaltete Bau-voranfrage erhielt im vergangenen Jahr vom Bauausschuss grünes Licht. Exakt die gleiche Version hat der Verein nun als Bauantrag im Rathaus abgegeben. „Wir haben die begründete Hoffnung, dass es machbar ist“, sagt Stadtbaumeister Martin Kornacher. Zumal alle Kritikpunkte ausgeräumt seien und das Minarett nun kleiner sei. Die Verwaltung wird sich jetzt mit dem Antrag befassen, womöglich auch noch einmal der Bauausschuss.

Bleibt die Frage, warum Fürstenfeldbruck zwei Moscheen braucht? Nemutlu antwortet mit einer Gegenfrage: „Wie viele Kirchen gibt es in der Stadt?“ Sicher könne man auch in der Moschee im Brucker Westen beten. „Aber jeder Verein möchte sein eigenes Gemeindezentrum.“ Dafür haben er und seine Kollegen unermüdlich gekämpft. Einzig die Finanzierung steht noch auf wackeligen Beinen. „Wir wollen das Geld in den nächsten eineinhalb Jahren sammeln“, so Nemutlu. „Dann können wir mit dem Bau beginnen.“

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