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Verweifelte Klage gegen Kreisklinik

Fürstenfeldbruck - Seit Jahren klagt eine junge Frau gegen die Brucker Kreisklinik. Die Ärzte wehren sich mit allen Mitteln.

Wer vier Tage mit einem durchbrochenen Blinddarm überlebt, muss äußerst zäh sein. Anna K. ist offenbar so ein Typ Mensch. Fünf Jahre ist es her, dass die zierliche junge Frau fast gestorben wäre. Niemand hatte erkannt, dass die damals 22-Jährige in höchster Lebensgefahr schwebte. Die niedergelassenen Ärzte in Fürstenfeldbruck und die an der örtlichen Kreisklinik hatten erst eine Darmgrippe, dann eine Lungenentzündung und schließlich vereiterte Eierstöcke diagnostiziert - bis sie operierten und die wahre Ursache für Annas gesundheitliche Probleme entdeckten.

Anna K. konnte gerettet werden, doch richtig gut geht es ihr bis heute nicht. Als Spätfolge der Blutvergiftung bekommt sie immer wieder erfrierungsähnliche Zustände in den Fingern. Mit einer Traumatherapie versucht sie, Erlebtes und Erlittenes psychisch zu verarbeiten.

Drei Jahre rang sie mit sich, dann verklagte sie die behandelnden Ärzte und das Klinikum Fürstenfeldbruck auf 20 000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz. Mittlerweile haben die Prozesskosten längst den Klagewert überschritten.

Drei Gutachter kamen - mitunter ein wenig schwammig - zu der Meinung, dass kein Behandlungsfehler vorliegt. Der aktuell letzte Mediziner im laufenden Prozess, Dr. Albrecht Stein, meinte, im Fall von Anna K. hätte so „gar nichts nach Appendizitis ausgeschaut“. Die unbehandelbaren grünen Durchfälle seien untypisch für eine Blinddarmentzündung gewesen. Allerdings gab er zu bedenken, dass bei Bauchbeschwerden immer etwas Schlimmeres dahinter stecken könnte. Dennoch hielt er den Behandlungsablauf seiner Kollegen für vertretbar. In seinem schriftlichen Gutachten hatte sich diese Einschätzung ein wenig anders angehört. Insbesondere, weil es nur sehr wenige Fälle gebe, wo man sofort eine Blinddarm-Problematik erkennen könne.

Anna K. folgte seinen Ausführungen etwas ungläubig. Ihre Mutter, die seit vielen Jahren in einem Medizin-Verlag arbeitet und weiß, dass es wichtig ist, eine besonders genaue Schilderung abzuliefern, hatte bei ihrer Beschreibung über Annas Krankenbild stets auf Details geachtet. Dass sich die Symptome nun so gar nicht mit dem Krankheitsbild einer Blinddarmentzündung in Einklang bringen ließen, konnte sie nur schwer nachvollziehen.

Anna K. hatte mit ihrer späten Klage eigentlich nur auf die Dinge aufmerksam machen wollen, die ihr im Klinikum widerfahren waren. Dass sich ein mehrjähriger Prozess durch verschiedene Instanzen anschließen würde, hatte sie sich nicht vorstellen können.

Das Münchner Landgericht II will den beiden streitenden Parteien demnächst einen Vergleich anbieten. Die verklagten Ärzte haben bereits angekündigt, dass sie den Vergleich ablehnen werden.

Sollte Anna K. mit ihrer Klage erstinstanzlich verlieren, wird sie in Berufung gehen müssen. Dann muss der Fall noch einmal vor dem Münchner Oberlandesgericht ausgerollt werden. Der Prozess dauert an.

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