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Großes Interesse: Über 90 Besucher – darunter auch eine ganze Reihe Stadträte – kamen zur ersten Bürgerbeteiligungsrunde zur Neugestaltung des Viehmarktplatzes. Auch der im Krankenstand befindliche OB Klaus Pleil (hinten, M.) verfolgte die Versammlung.

Neugestaltung in der City

Der Viehmarktplatz - so wollen Brucker ihn haben

Fürstenfeldbruck - Vergesst bloß die Parkplätze nicht! Das war das Hauptanliegen der gut 90 Besucher beim ersten öffentlichen Treffen zur Gestaltung des Viehmarktplatzes. Und auch das Fortbestehen des Grünen Marktes ist den Bruckern wichtig.

Die Debatte um den Viehmarktplatz ist mittlerweile fast 40 Jahre alt. Bereits 1978 wurde über den Bau einer Stadthalle auf dem Areal diskutiert. Diese wurde schließlich beim Kloster Fürstenfeld errichtet. Zuletzt wurde eine Planung für den Platz im Herzen Brucks im Jahr 2012 bei einem Bürgerentscheid abgelehnt. Aufgrund der damaligen Erfahrungen will die Stadt die Bürger nun umso ausführlicher beteiligen (siehe Kasten).

Bei der ersten Runde der Bürgerbeteiligung wurde nun bekannt gegeben, mit welchen Vorgaben die Architekten in die Planung gehen. Drei Büros hatte die Stadt ausgewählt. Für Aufregung unter den Teilnehmern sorgte vor allem die Ankündigung, dass eine mögliche Tiefgarage unter dem Viehmarktplatz nicht Teil der Aufgabenstellung ist. Die derzeit rund 130 oberirdischen Parkplätze fallen weg. „Sie machen den Platz unwirtlich“, sagte die Städteplanerin Barbara Hummel. Sie hatte den Stadtrat bei der Ausarbeitung der Vorgaben begleitet. Der Stadtrat denke laut Hummel zwar über eine Tiefgarage nach, einen Beschluss gebe es aber noch nicht.

Zwar sagte Hummel auch, dass die Stadt kaum um den Bau der unterirdischen Stellplätze herumkomme. Dennoch waren vor allem die anwesenden Geschäftsinhaber stark verunsichert. Wenn nicht für ausreichend Parkmöglichkeiten gesorgt werde, „dann können wir alle zusperren“, sagte einer der Ladeninhaber. Und auch sonst kamen viele Wortmeldungen zu dem Thema. Stadtbaumeister Martin Kornacher versuchte, die Gemüter zu beruhigen. „Wir haben ja nicht gesagt, dass wir alle Autos aus der Innenstadt verbannen wollen.“ Das Thema Tiefgarage werde parallel zur Oberflächenplanung im Stadtrat weiter verfolgt. Eine Entscheidung solle noch während der Realisierungsphase des Platzes fallen.

Neben der Stellplatz-Problematik machten sich die Teilnehmer vor allem noch Gedanken über den Fortbestand des Grünen Marktes. Laut Hummel sollen 900 Quadratmeter des gut 12 400 Quadratmeter großen Viehmarktplatzes auf jeden Fall für Märkte, Feste und Veranstaltungen aller Art freigehalten werden. Vielen Bruckern erschien diese Fläche aber zu gering – vor allem wenn Christkindl- und Grüner Markt gleichzeitig stattfinden sollen. Hummel erklärte, dass man die Fläche noch einmal überprüfen werde. Und Kornacher ergänzte: „Die Märkte sollen alle wie bisher stattfinden können.“

Generell wurden die Architekten damit beauftragt, einen Stadt- und Quartiersplatz mit hoher Aufenthaltsqualität zu planen. Neben Freiflächen zum Spielen und Erholen sollen Verkaufsstände und ein Gebäude für Läden und Gastronomie geplant werden. Die öffentliche Toilette soll erneuert werden, außerdem sollen Stellplätze für Taxis, Behindertenparkplätze und eine Ladestation für E-Mobile eingeplant werden. Ebenfalls vorgegeben ist, dass die Stände flexibel auf- und abbaubar und kostengünstig sein sollen. Eine ebenfalls abbaubare Überdachung soll Einkaufen auch bei schlechtem Wetter ermöglichen.

Soweit die Vorgaben der Stadt. Außerdem brachten die Bürger noch weitere Vorschläge ein, die den Architekten ebenfalls mit auf den Planungsweg gegeben werden: Kunst am Platz, ein Kunst- und Ausstellungspavillon und ein Notfall-Raum für eine schnelle Erstversorgung. Ein Bürger hatte für die Planer noch einen ganz besonderen Vorschlag: „Schauen Sie sich den Geschwister-Scholl-Platz in Bruck an und denken Sie sich die Bänke weg, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was wir nicht wollen.“

Andreas Daschner

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