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A 96: vier weitere Jahre Dauerstau

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Die Staus auf der A 96 werden weitergehen – mindestens bis einschließlich 2020.Der Grund sind aufwendige Bauarbeiten.

Landkreis - Horrormeldung für Pendler und sonstige Nutzer der Lindauer Autobahn: Die Staus auf der A 96 werden weitergehen – mindestens bis einschließlich 2020. An die aktuellen Baustellen werden sich nahtlos die Arbeiten zum dreispurigen Ausbau zwischen Germering und Oberpfaffenhofen anschließen.

Was für die Autofahrer eine endlose Geduldsprobe zu werden verspricht, ist unbedingt nötig. Eine zusätzliche Spur pro Richtung soll helfen, den Verkehr auf der vielbefahrenen Strecke weiter zu bewältigen. Gleichzeitig werden bei Germering und Gilching Lärmschutzgalerien gebaut. Diese werden von den Anwohnern heiß ersehnt.

100 Millionen Euro wird alles zusammen nach aktuellen Berechnungen kosten. Verkehrsminister Dobrindt hat die Summe bereits freigegeben, deshalb müssen die Straßenbauer nun Gas geben. Die Arbeiten starten nicht wie bisher vorgesehen im Jahr 2017, sondern bereits 2016.

In der Autobahndirektion laufen die Planungen auf Hochtouren. „Wir sind gerade heftig am Tüfteln“, sagt Gilbert Peiker. Er leitet die Abteilung Bau und Planung. Was schon feststeht, ist ein vorläufiger Zeitplan. Frühjahr 2016: Die Tunnel in Etterschlag und Eching werden komplett gesperrt, damit der Brandschutz den neuesten Sicherheitsstandards angepasst werden kann. Der gesamte Verkehr muss sich über Behelfsstrecken an der Oberfläche quälen.

Herbst 2016: Die Vorarbeiten für den dreispurigen Ausbau starten. Die bestehenden Fahrbahnen werden zum Teil provisorisch verbreitert. Sie dienen später als Bypässe für den Verkehr zu den permanenten Spuren, auf denen gearbeitet wird. Diese Arbeiten müssen beendet sein, bevor der endgültige Ausbau beginnt, erklärt Peiker von der Autobahndirektion. Schon während dieser Phase kommt es zu Verschwenkungen und Spur-Sperrungen.

Winter 2016/2017: Kleiner Lichtblick für die Autofahrer: Möglicherweise herrscht wenigstens diesen Winter interimsmäßig freie Fahrt. Die Autobahnbauer überlegen, ob die Strecke in der Pause zwischen den Vorbereitungen und dem endgültigen Ausbau freigegeben werden kann.

Frühjahr 2017: Jetzt wird es so richtig ernst: Die Lärmschutzgalerien werden in Angriff genommen. Diese Bauwerke sind der aufwändigste Teil der Ertüchtigung der Lindauer Autobahn. Planer Gilbert Peiker rechnet mit rund drei bis vier Jahren bis zur Fertigstellung. Welche der Galerien als erste an die Reihe kommt, steht noch nicht endgültig fest. Vermutlich wird es aber wohl die bei Germering sein. Denn die ist länger als die bei Gilching.

Bis mindestens Ende 2020: Zeitgleich mit dem Bau der Lärmschutzgalerien laufen die Arbeiten zur Fahrbahnverbreiterung. Da die Galerien jeweils die nördliche Autobahnhälfte überspannen, werden also zuerst die Spuren Richtung Lindau gesperrt sein. Der gesamte Verkehr wird über die dafür präparierte Fahrbahn Richtung München laufen. Die Autobahnstücke zwischen den Galerien werden nach und nach verbreitert. (sk/jvr)

Die fünf wichtigsten Fragen rund um das Autobahn-Chaos

1. Warum sind die Bauarbeiten auf der Lindauer Autobahn überhaupt nötig?

Der Verkehr auf diesem Abschnitt der A 96 hat seit der Freigabe der A 99 bis zum Autobahndreieck München-Süd-West um 20 Prozent zugenommen. Zwischen Germering-Süd und Oberpfaffenhofen fahren pro Tag zwischen 64 400 und 67 850 Fahrzeuge. Die Leistungsgrenze der Strecke ist längst überschritten.

2. Wie werden die Umleitungen organisiert?

Bisher bekannt ist, dass ein System mit flexibler Spurenzahl gewählt wird, wie derzeit auf der Garmischer Autobahn zwischen Forstenried und Starnberg. Sprich: Je nach Stärke der Verkehrsströme zu den verschiedenen Tageszeiten kann eine Spur entweder der einen oder der anderen Richtung zugeschlagen werden.

3. Wie lang sind die Behelfsstrecken? 

Gebaut wird ab Herbst 2016 zwischen den Ausfahrten Germering-Süd und Oberpfaffenhofen, einschließlich der dortigen Rampen. Ob jeweils die ganze Strecke auf einer Behelfsstrecke gefahren werden muss, oder ob es sinnvoller ist, zwischendurch den Verkehr auf schon fertige oder noch nicht in Angriff genommene Straßenteilstücke zurückzulenken, muss noch geklärt werden.

4. Sind denn den Straßenbauern die Nerven der Pendler völlig egal?

Die Antwort ist ein klares Nein. Gilbert Peiker von der Autobahndirektion Südbayern: „Wir werden wirklich alles versuchen, um die Behinderungen für die Autofahrer so gering wie möglich zu halten.“ Aber ohne Stau und Zähfluss werde es nicht gehen.

5. Wie sieht die Zukunft aus?

Bis zum Jahr 2025 rechnen Experten mit weiteren 20 Prozent mehr Verkehr.

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