Auch um einen Karakara ist schon gestritten worden.

Auskünfte binnen zwei Wochen gefordert

Vogelpark: Stadt stellt Landratsamt Ultimatum

Olching - In den Streit zwischen Vogelpark und Landratsamt schaltet sich jetzt die Stadt Olching ein: Sie stellt der Kreisbehörde ein Ultimatum – und droht mit einer Klage.

Seit längerem streiten der Vogelpark und das Landratsamt schon miteinander. Es geht vor allem um tierschutzrechtliche Belange, aber auch um den Besatz der Greifvogelanlage, die im März 2015 fertiggestellt wurde. Sprich: Welche Tiere dort gehalten werden dürfen, ob Pärchen erlaubt sind und um die pro Vogel benötigte Quadratmeterzahl.

Eine Einigung ist nicht in Sicht – auch nicht nach Gesprächen, bei denen die Stadt als Moderator mit dabei war. „Es ist uns nicht gelungen, zu einem Ergebnis zu kommen“, sagte Rathaus-Geschäftsleiter Jürgen Koller im Hauptausschuss.

Kreisbehörde soll Fragen beantworten

Der Stadtrat hat sein Interesse, den Vogelpark zu erhalten, schon des Öfteren bekundet. Schließlich gilt die Einrichtung als einer der Leuchttürme Olchings. 

Doch nun schaltet sich die Stadt auch politisch ein. Einstimmig hat der Hauptausschuss beschlossen, der Kreisbehörde, insbesondere dem Veterinärsamt, ein Ultimatum zu stellen. Schriftlich soll die Klärung noch offener Fragen gefordert werden. In einem Papier, das alle Stadtratsfraktionen unterschrieben haben, heißt es: „Das Landratsamt/Veterinärsamt soll dem Vogelliebhaberverein verbindlich und abschließend mitteilen, welche objektiven Voraussetzungen für die Haltung der derzeit infrage stehenden Vögel gegeben sein müssen. Das Amt soll gleichzeitig zusichern, dass bei Erfüllung dieser objektiven Voraussetzungen jedem Halter, der die subjektiven Voraussetzungen erfüllt, die Haltung der Vögel in der Anlage gestattet wird.“

Stadt droht mit Klage

Die Antwort soll innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Geschieht dies nicht, werde die Stadt klagen. Ursprünglich waren drei Wochen angesetzt gewesen. Doch auf Vorschlag von Ingrid Jaschke (Grüne) wurde die Frist verkürzt. „Ich habe die Schnauze voll“, sagte Josef Gigl (FW). „Da müssen wir mal Druck machen.“ Auch sein Fraktionskollege Ewald Zachmann fand: „Was sich da abspielt, ist ein Trauerspiel ohnesgleichen.“

Bedingung, dass sich die Stadt einschaltet, war, dass der Vogelpark weiter bestehen bleibt. Im November war der Vorstand zurückgetreten. Die notwendigen Geschäfte hat er aber weitergeführt. Eine Entscheidung über die Zukunft des Vereins sollte in der Mitgliederversammlung fallen. Vorsitzender Dieter Ernst kündigte jedoch jetzt bereits im Vorfeld gegenüber dem Tagblatt an, erneut zu kandidieren.

Es gibt zwei Richtlinien zur Wildhaltung in Gehegen

Luitgard Reigl, Abteilungsleiterin Vollzug Veterinärswesen im Landratsamt, war bei den Gesprächen zwischen den drei Parteien dabei. Man habe Stellung zu dem Besatzvorschlag des Vogelparks genommen, habe aber keine Lösung gefunden, sagt sie. Ein Problem dabei: Man habe sich nicht einigen können, welche Richtlinien anzuwenden seien. Denn bezüglich der Haltung von Wild in Gehegen gebe es zwei Leitlinien vom Landwirtschaftsministerium. Eine sei etwas strenger.

Stadtrat Alfred Münch (SPD) kündigte gegenüber dem Tagblatt an, Unterschriften sammeln zu wollen – um dem Vogelliebhaberverein den Rücken zu stärken.

von Eva Dobler

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