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Ein ei und sein Weg

Vom Hühnerstall ins Supermarktregal

Gerade zu Ostern gehören sie zu den begehrtesten Produkten im Supermarkt: Eier. Den Menschen wird dabei auch immer wichtiger, wo diese herkommen. Das Tagblatt hat ein Exemplar von Brucker Land auf seinem Weg vom Stall ins Regal begleitet.

Fürstenfeldbruck – Bevor man über das Ei berichten kann, muss man natürlich das Huhn erwähnen. Ein wahres Paradeexemplar, nennen wir es Berta, lebt auf dem Hof von Jakob und Martina Neumair im Brucker Stadtteil Lindach. Berta kann sich frei bewegen, allerdings innerhalb eines Stalls. Wenn sie möchte, kann sie jederzeit durch eine Luke in den überdachten Wintergarten hinausspazieren und im Stroh scharren. Bodenhaltung nennt sich das laut Klassifizierung. Das Lied „Ich wollt ich wär ein Huhn, dann hätt’ ich nichts zu tun“ kennt Berta wohl nicht. Sie legt jedenfalls ganz fleißig fast jeden Tag geflissentlich ein Ei, im Durchschnitt produziert sie 290 im Jahr.

Berta kam im zarten Alter von 18 Wochen zum Neumairhof. Mit 20 Wochen hatte sie ihre Premiere als Legehuhn und legte ihr erstes Ei. Generell gilt ab dem Legedatum eine gesetzliche Mindesthaltbarkeit von 28 Tagen. Je jünger das Huhn, desto kleiner das Ei. Das ist aber kein Schaden – gerade zu Ostern „Ein kleines Ei eignet sich am allerbesten zum Färben, weil es eine härtere Schale hat“, verrät Landwirtin Martina Neumair. 

Huhn Berta kümmert das wahrscheinlich nicht. Sie freut sich vermutlich über das genfreie Futter (Weizen, Mais, Sojabohnen, Erbsen, Hafer), das die strengen ökologischen Bestimmungen von Brucker Land vorschreiben.

Die Neumairs stellen es auf ihren eigenen Flächen her. Neben Berta produzieren rund 2500 weitere Hühner in den Ställen der Neumairs fleißig Eier für Brucker Land.

Regelmäßig stehen die Landwirte an ihrer Eiersortiermaschine. Jakob Neumair legt die Hühnerprodukte auf ein Lichtband. Dort werden sie auf Schadstellen geprüft, gegebenenfalls aussortiert, oder gestempelt, wenn sie den test bestanden haben. Danach rollen sie auf Waagen und werden automatisch nach Größe geordnet – die Maschine schafft 5000 Eier pro Stunde.

Am Ende nimmt sie Martina Neumair in Empfang, sortiert sie in die weißen Schachteln mit Brucker Land-Logo und bringt darauf das Haltbarkeits- und Packstellenetikett an. Die Eier werden mit einer Kennzeichnungsnummer gestempelt, bevor sie in den Handel kommen. Im Fall des Neumairhofes liest sich diese so: 2 DE-091116. 2 steht für Bodenhaltung, DE für Deutschland, 09 für Bayern plus Kennziffer für den Hof. So lässt sich die Herkunft auch für Supermarktkunden zurückverfolgen. Nun sind Bertas Eier offizielle Brucker Land Eier und werden an den Handel ausgeliefert. In den Supermärkten der Region sortieren die Mitarbeiter sie in die Regale.

Bertas Eier bekommt man auch im Direktvertrieb: Die Neumairs verkaufen sie ab Hof im Eierautomat, im Hofladen und auf den Brucker Wochenmärkten – übrigens in ihren hofeigenen, hellbraunen Schachteln. Und jetzt vor Ostern auch noch in allen möglichen bunten Farben. Etwa eineinhalb Jahre bleibt Berta als Eierproduzentin auf dem Hof, ehe sie selbst ihren letzten Weg an tritt. Der wird sie als Suppenhuhn ebenfalls in die Kühltheke des Supermarkts führen.

Landwirtin Martina Neumair hat für die Verbraucher auch noch einige Tipps auf Lager. Wer seine Eier daheim selbst färbt, sollte sie im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb einer Woche verzehren. Außerdem hat die Bäuerin noch einen Ratschlag für Frühstücksei, Omelett & Co., der das ganze Jahr über gilt: „Jedes Ei reift nach dem Legen noch nach und entwickelt erst nach drei bis vier Tagen seinen guten Geschmack.“ Also auch hier gilt: Gut Ding will Weile haben. (akk)

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