Vorabendmesse fällt wohl Pfarrverband zum Opfer

Olching - Der Pfarrverband, der sich im September in Olching gründet, wirft seine Schatten voraus. Auf einer gemeinsamen Versammlung der Katholiken wurden erste Details öffentlich gemacht.

„Jeder hat’s gewusst, aber als es soweit war, ist jeder erschrocken“, sagte Michael Dosthaler über die Gemütslage vieler Gläubigen nach der Bekanntgabe, dass die Pfarrgemeinden St. Peter und Paul in Olching und St. Elisabeth in Esting zu einem Pfarrverband zusammengeschlossen werden. Das Estinger Pfarrgemeinderatsmitglied leitete als Moderator die Versammlung im Pfarrsaal von St. Elisabeth. Er durfte viele Gläubige aus beiden Pfarreien begrüßen. „Ein gutes Zeichen. Das zeugt von Interesse“, meinten Pfarrer Winfried Werner sowie die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden aus Olching und Esting, Andreas Essing und Melanie Muschik-Schuster, übereinstimmend. Werner wird künftig den Pfarrverband leiten.

Zum Seelsorger-Team des neuen Pfarrverbands gehören neben Gemeindereferentin Gaby Franke, Pastoralassistentin Veronika Bogner und Diakon Wolfgang Baldes zukünftig auch Pfarrvikar Terance Palliparambil und Pastoralreferentin Beate Czabaun. Beide sind derzeit noch an ihren alten Wirkungsstätten in der Herz-Jesu-Kirche in München beziehungsweise in Südafrika aktiv. „Wir können nicht über deren Köpfe hinweg Pläne machen“, sagte Werner. Er und die Verantwortlichen blieben dann auch mehrmals Antworten auf Fragen, die zu sehr ins Detail gingen, schuldig.

Fest steht, dass durch den Zusammenschluss Einschränkungen bei den Gottesdiensten unumgänglich sind. Die Planungen sehen vor, dass es in Esting am Samstag keinen Vorabendgottesdienst mehr geben wird. Sonntags werden zwei Gottesdienste in Esting und einer in Olching gefeiert. Was die Leitung der Gottesdienste angeht, werden Pfarrer Werner und der neue Pfarrvikar wohl im Zwei-Wochen-Rhythmus zwischen Esting und Olching wechseln.

In der Anfangsphase des Verbandes werden auch die Beichtgelegenheiten nur in reduzierter Form angeboten werden können. Werner bedauert dies, meinte aber: „Wir können nicht alles abdecken.“

In vielen Bereichen bleiben die Pfarrgemeinden aber erst einmal weiter eigenständig. So wird es nach wie vor zwei Pfarrgemeinderäte geben, Erstkommunion und Firmung werden jeweils in Esting und Olching gefeiert. Auch die Haushalte und die Pfarrbüros bleiben getrennt. Langfristig sollen die Mitarbeiter dort jedoch Angestellte des Pfarrverbandes werden.

Esther Prüßner zog ein positives Fazit der Versammlung. „Ich sehe große Bereitschaft zusammenzuarbeiten“, sagte die Mitarbeiterin des Regionalteams Nord des Erzbischöflichen Ordinariats. Das Regionalteam koordiniert die Gründung des Pfarrverbandes. Auch die beiden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden wollen die durch die neue Struktur bedingten Herausforderungen annehmen. „Wir suchen keine Probleme, aber wir stellen uns ihnen“, sagten Muschik-Schuster und Essing. hk

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