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„Oh wie schön ist Luttenwang“ schreiben Stefan Gamsreiter (l.) und Daniel Graf von der Landjugend auf ihren Tigerenten-Wagen.

Moorenweiser Zug wird vorbereitet

Werkeln für die Faschingsgaudi

Normalerweise werden hier Bulldogs repariert. Doch die Werkstatt neben der Biogasanlage in Luttenwang steht momentan ganz im Zeichen der tollen Tage. In der Halle baut die Landjugend einen Faschingswagen, mit dem sie am Sonntag beim Umzug in Moorenweis Furore machen will.

Luttenwang/Moorenweis Das Thema dürfte Kinder und erwachsene Zuschauer gleichermaßen entzücken: die Tigerente. Imposant sieht sie aus, geradezu majestätisch. Mehr als vier Meter ragt die aus gelb-schwarz gestrichenen Holzplatten zusammengezimmerte Kinderbuchfigur in die Höhe. Die Form des Kopfes, die breite Schnabelpartie und die senkrechten Streifen lassen keinen Zweifel daran, dass hier echte Janosch-Kenner und -Liebhaber am Werk sind. Und auch noch solche, die zwei rechte Hände und Ahnung vom Handwerk haben. Oder?

Laut Daniel Graf (19), Vorstandsmitglied der Landjugend, ist es vor allem Frank „Frankie“ Seiltz, Zimmerermeister aus Nassenhausen, der die Fachkenntnisse mitbringt. „Er ist unser großer Organisator, er führt Regie“, sagt Graf und zeigt auf ein Blatt mit einer simplen Zeichnung der Tigerente. „Wir hatten am Anfang nur diese Skizze.“ Inzwischen ist aus den wenigen Strichen ein Faschingswagen geworden, auf dem locker 30 Leute mitfahren können. Dass die Riesen-Tigerente für die normale TÜV-Abnahme zu hoch und zu breit ist, stört Graf nicht mal in seiner Eigenschaft als Kassier. Dabei kostet die Sonderabnahme zusätzliche Gebühren. Was soll’s. Im Gegensatz zu anderen Gruppen lassen sich die Luttenwanger trotz zunehmender Auflagen die Lust am Wagenbau nicht verderben.

In Moorenweis dagegen baut laut Franz Seiler, dem Vorsitzenden des Faschingszugausschusses, heuer niemand einen neuen Wagen. Dabei ist es das erste Mal seit vier Jahren, dass wieder ein Gaudiwurm durchs Dorf zieht. Dafür haben sich pfiffige Fußgruppen zusammengefunden, zum Beispiel einige TSV-Fußballer um Fabian Dilger und Johannes Vogt. Sie wollten sich wochenlange Vorbereitungen plus TÜV-Abnahme ersparen und trotzdem etwas Witziges auf die Beine stellen. So wird das Grüppchen als „lebender Kicker“ durch die Straßen ziehen. Dafür haben die Moorenweiser sich eine simple, aber effektive Konstruktion einfallen lassen. Sie besteht aus einem Holzrahmen mit kleinen Rollen, ein paar Metallstangen und zwei Toren. „Das war relativ fix zusammengebaut“, erzählt Dilger. Zwei Tage bauen und bemalen, Sprüche drauf, fertig.

In Luttenwang dagegen werkeln seit Anfang Januar bis zu 20 Leute fünf Abende in der Woche stundenlang am Tigerenten-Faschingswagen. Da wird gestrichen und gebohrt, geschweißt und manchmal sogar geschwitzt. Alle Beteiligten sind froh – und dem Besitzer dankbar –, dass die Halle beheizt ist. Früher haben sie ihre Faschingswagen im Freien gebaut. „Das war kein Spaß“, erinnert sich Graf. Neben der großen entsteht noch eine kleine Tigerente, die an einem Seil mitgezogen werden soll.

Für die Sicherheit des Faschingswagens muss eigens eine Gruppe von Begleitern sorgen, die sich im Vorfeld per Unterschrift dazu verpflichten, während des Umzugs nüchtern zu bleiben. Was tut man nicht alles für die Faschingsgaudi. Ulrike Osman

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