In Germering

Vorbereitungen für Abriss des Altenheims Don Bosco laufen

Während noch rund hundert Flüchtlinge im ehemaligen Altenheim Don Bosco leben, laufen die Vorbereitungen für den Abriss des Gebäudes auf Hochtouren. Wie die Caritas mitteilt, werden in der kommenden Woche einige Bäume im direkten Umfeld des Altenheims gefällt. Die Fällungen seien notwendig, da ab April der Rückbau beginne und somit Platz geschaffen werden müsse für größere Lastfahrzeuge.

Germering – Wie berichtet, plant die Caritas, der das Gebäude gehört, das Altenheim abzureißen und im Herbst neuzubauen, um dort wieder Senioren unterzubringen (siehe Kasten). Die Flüchtlinge, die momentan noch dort leben, müssen die Unterkunft bis spätestens 31. März verlassen. Dann läuft der Vertrag zwischen der Caritas und der Regierung von Oberbayern aus.

Nach Angaben des Germeringer Helferkreises hat bisher etwa die Hälfte der 200 Bewohner das Don Bosco verlassen. Die meisten kamen in Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Fürstenfeldbruck unter. Einige mussten nach Eichstätt ziehen, andere nach Erdweg im Landkreis Dachau. Der Helferkreis hat sich um den Umzug gekümmert und dafür den Jugendbus der Stadt Germering ausgeliehen. Das Benzin hat die Kirche bezahlt.

Sylvie Karl vom Helfkreis kritisiert das Vorgehen der Regierung. Zwar hätte man den Flüchtlingen Fahrkarten für den Umzug versprochen. „Doch diese hätten sie erst im Landratsamt in Fürstenfeldbruck abholen müssen.“ Bei der Verteilung der Menschen habe man zudem vernachlässigt, wo die Menschen arbeiten und die Kinder zur Schule gehen. Außerdem seien die Umzugsbescheide „sehr kurzfristig“ zugestellt worden. Die Leute hätten nur drei Tage Zeit bekommen. „Die Kinder konnten sich nicht einmal in ihrer Schule verabschieden.“

Die Lehrerschaft der Grundschule an der Kleinfeldstraße in Germering hat sich Anfang Februar vergeblich für den Verbleib der Flüchtlingskinder bis zum Schuljahresende eingesetzt. „Aus unserer pädagogischen Sicht ist sehr nachteilig für unsere Schüler, wenn sie während des laufenden Schuljahres aus bestehenden Klassenverbänden herausgerissen werden“, heißt es in einem Schreiben der Lehrer.

Noch leben im Don Bosco etwa hundert Menschen. Laut Sylvie Karl sind darunter Menschen mit Behinderung und etwa 80 sogenannte Fehlbeleger, also anerkannte Asylbewerber, die noch keine Wohnung gefunden haben. Sie dürfen eigentlich nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften leben. Karl vermutet, dass die Regierung für sie bisher noch keine Bleibe gefunden hat. (rat)

Wie das neue Altenheim aussehen soll

Die Caritas plant eine moderne Einrichtung für Altenhilfe mit verschiedenen Angebots- und Wohnformen. In vier Wohngruppen im ersten und zweiten Obergeschoss soll es insgesamt 63 Plätze geben. Betreutes Wohnen wird in 30 Ein-Zimmerappartements und 20 Zwei-Zimmerwohnungen im dritten und vierten Stockwerk angeboten. Die 24 teilstationären Tagespflegeplätze im Erdgeschoß sind ein Angebot für Bewohner des Betreuten Wohnens. Daneben gibt es eine Kapelle, Cafeteria und Räume für externe Dienstleister wie einen Friseur. Darüber hinaus sind sieben Appartements für Mitarbeiter geplant. Auch die Räume für Verwaltung des Hauses sind im Erdgeschoss

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