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Die Egenhofener Primiz-Arbeitsgemeinschaft mit Thomas Weinzierl (hinten), rechts daneben sitzt die Primizausschuss-Vorsitzende Petra Sigrist. Auch Thomas Weinzierls Mutter Gundl (auf der Sitzbank hinten, 2.v.r.) ist bei den Planungen dabei.  

Grosses Primiz-Fest

Vorbereitungen fürs Jahrhundert-Ereignis

Egenhofen - Es wird wohl ein Jahrhundert-Ereignis: das große Primiz-Fest, das Egenhofen für den Sohn des Ortes, Thomas Weinzierl, am Sonntag, 3. Juli, ausrichtet. Die Vorbereitungen für die Feier laufen auf Hochtouren.

Die letzte Primiz fand vor 78 Jahren in Egenhofen statt. Damals zelebrierte Pfarrer Altmann seine erste Heilige Messe in der zu dieser Zeit noch eigenständigen Pfarrgemeinde.

Im kommenden Sommer folgt ihm Thomas Weinzierl nach. Man darf also mit Fug und Recht von einem Jahrhundert-Ereignis sprechen, vor dem die Ortschaft steht. Dem 31-jährigen Thomas Weinzierl ist indes keine Nervosität anzumerken, wenn man mit ihm über das bevorstehende Ereignis spricht. Eher so etwas wie eine tief empfundene Vorfreude.

Doch bei den Mitgliedern der Primiz-Arbeitsgemeinschaft, die sich im Sommer gegründet hat, sieht die Stimmungslage ein klein wenig anders aus. „Vor einem dreiviertel Jahr befanden wir uns sozusagen noch in der grünen Phase unseres Projektplans“, berichtet Petra Sigrist, die Egenhofener Pfarrgemeinderats-Vorsitzende, die auch den Primizausschuss leitet. „Im Winter traten wir in den gelben Bereich und jetzt läuft die rote Phase an. Die Spannung steigt täglich.“

Das Fest wird von ihr generalstabsmäßig geplant, immerhin erwartet der Ort 2000 bis 3000 Besucher. Die Arbeitsgemeinschaft umfasst rund 14 Personen, alle aus Egenhofen, darunter Weinzierls Mutter Gundl. Zudem engagiert sich Michaela Spring, die Pfarrverbandsratsvorsitzende, in dem Kreis.

Sigrist und ihr Team haben sich in der ganzen Region in Sachen Primiz schlau gemacht; sie interviewten Vertreter von Pfarrgemeinden, die in den vergangenen Jahren Primiz-Feierlichkeiten abhielten, etwa in Mammendorf und Günzlhofen. Im vergangenen Jahr besuchte die AG zudem eine große Feier in Westendorf bei Augsburg.

Gewand, Kelch und Schale werden vorbereitet 

Klar ist schon jetzt: Der Pfarrverband wird viele Helfer brauchen. Speziell zur Organisation eines reibungslosen Ablaufs. In anderen Bereichen ist man schon sehr weit. „Das Primizgewand, der Kelch und die Schale sind in Arbeit“, erzählt Weinzierl und strahlt. Auch die Veranstaltungsorte stehen fest: Das große Festzelt wird am Ende der Bürgermeister-Schräfl-Straße aufgebaut, die Messe wird auf einer Wiese neben der Straße Richtung Dirlesried gefeiert.

Eine Botschaft ist Weinzierl wichtig: „Die Primiz soll kein Fest sein, bei dem sich alles um meine Person dreht. Zuallererst sollte es ein Fest des Glaubens für die ganze Pfarrei, den Pfarrverband und darüber hinaus sein.“ So wie es auch die Sitzungen des Arbeitskreises im Kleinen sind, die Weinzierl jeweils mit einer kleinen Lesung aus einem theologischen Werk einleitet.

Für den Priesteramtskandidaten ist die Vorbereitungszeit mit viel Stress verbunden, auch wenn er sich das nicht anmerken lässt. Weinzierl arbeitet derzeit im Pastoralkurs in der Stadtkirche Bad Aibling. Noch bis Ende Mai. Montags ist er in der Heimat, um bei den Vorbereitungen tatkräftig mitzuhelfen. Unter der Woche steht der angehende Priester im ständigen Kontakt mit Petra Sigrist und anderen Mitgliedern des Arbeitskreises.

Im Juni wird Weinzierl die letzten Fortbildungskurse zur Beichte und Zelebration besuchen. Und kurz vor der Priesterweihe zieht er sich eine Woche zu Exerzitien zurück. Für Egenhofen wird die Primiz ein Jahrhundert-Ereignis, für Thomas Weinzierl ist es der wichtigste Tag in seinem Leben.

Das Programm der Feier am 3. Juli

6 Uhr: Weckruf; 9.15 Uhr: am Elternhaus von Thomas Weinzierl an der Wagnerstraße 2 Gebet, Segnung der Fahnenbänder, Kirchenzug zur Festwiese am Ortsrand; 9.30 Uhr: Feierlicher Primizgottesdienst, Prediger ist Pater Lukas Wirth vom Kloster Scheyern, anschließend Zug zum Festzelt an der Bürgermeister-Schräfl-Straße, dort Mittagessen, Unterhaltungsprogramm, Kaffee und Kuchen, für Kinder gibt es eine Hüpfburg und Spielgeräte; 17 Uhr: Dankvesper zu Ehren des Heiligen Apostel Thomas mit Einzelprimizsegen in der Pfarrkirche St. Leodegar, Egenhofen.

Das ist die prima missa

Unter Primiz versteht man in der römisch-katholischen Kirche die erste Heilige Messe („prima missa“), die ein Priester als so genannter Hauptzelebrant feiert. In der Regel ist der zuständige Bischof vor Ort, bei Thomas Weinzierls Primiz wird Kardinal Marx zugegen sein. Weinzierl ist sozusagen ein Pfarrer auf dem zweiten Bildungsweg: Er hat Versicherungskaufmann gelernt.

Horst Kramer

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