Das müssen Besitzer beachten

Vorsicht bei alten Holzöfen

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Die Abgasbestimmungen für Heizöfen wurden vor Kurzem geändert. Der Germeringer Kaminkehrer Roman Machnik weiß, was Ofenbesitzer beachten sollten.

Roman Machnik rät dazu, alte Öfen auszutauschen.

Landkreis – Geräte, die zwischen 1975 und 1984 gebaut wurden, müssen nun bestimmte Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Feinstaub erfüllen. Kaminkehrer Roman Machnik (46) erklärt, was Ofenbesitzer jetzt wissen müssen – damit sie keine Schwierigkeiten bekommen.

-Herr Machnik, wen betrifft die neue Verordnung?

Die Verordnung trat eigentlich schon 2010 in Kraft. Sie bestimmt Grenzwerte, die alle Öfen erfüllen müssen. Damit die Besitzer älterer Öfen nicht vor Probleme gestellt werden, legte man Übergangsfristen fest. Zum 1. Januar 2018 traf es alle Öfen, die zwischen 1975 und 1984 gebaut wurden. Auch diese müssen die Grenzwerte einhalten, ausgetauscht oder nachgerüstet werden.

-Wie viele der alten Öfen halten die Grenzwerte ein?

Praktisch keiner. Unsere Innung hat Testmessungen durchgeführt. Dabei hatten die alten Öfen zehn bis 15 Mal höhere Schadstoffwerte als die neuen. Selbst wer sich 1975 ein Topmodell kaufte, hat keine reelle Chance. Das Baujahr reicht, um zu wissen, ob ein Ofen getauscht werden muss.

Entweder muss der Ofen ausgetauscht oder ein Filter eingebaut werden

-Macht es für Besitzer alter Öfen Sinn, bei sich nachmessen zu lassen?

Testmessungen sind aufwendig und teuer. Praktisch ohne Erfolgsaussichten rate ich von ihnen ab. Bei den Öfen ab 1985, deren Frist 2020 abläuft, stehen die Chancen schon besser.

-Was können Besitzer älterer Öfen jetzt tun?

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Austausch des Ofens oder den Einbau eines Filters. Ich rate zum Austausch. Die Filter laden die Staubpartikel elektrostatisch auf und binden sie im Ofenrohr. Dadurch entweicht der Schmutz nicht mehr in die Umwelt, muss aber mehrmals jährlich aus dem Rohr geholt werden. Ein neuer Ofen ist auch nicht viel teurer, aber deutlich wartungsfreundlicher. Filter lösen das eigentliche Problem schmutziger Öfen nicht, nämlich den Schmutz. Sie verlagern es nur.

-Hat der Ofentausch auch andere Vorteile?

Neuere Öfen haben viele Vorteile gegenüber alten. Sie müssen seltener gereinigt werden, verbrauchen weniger Holz und brennen besser. Öfen, die schon 30 oder 40 Jahre auf dem Buckel haben, sollten aus vielen Gründen getauscht werden.

Besitzer, die sich weigern, bekommen eine Zwangsgeldandrohung

-Woher wissen Ofenbesitzer, ob ihre Öfen betroffen sind, wenn sie deren Baujahr nicht kennen?

In meinem Einzugsgebiet mache ich bei allen Ofenbesitzern in Abständen von drei bis vier Jahren eine Feuerstättenschau. Dabei informiere ich sie frühzeitig, wenn es neue Gesetze gibt, die ihre Öfen betreffen. Von meinen 3000 Häusern gibt es nur 30 bis 40, die noch nicht umgerüstet haben. Ich nehme an, in anderen Bezirken ist es ähnlich. Sollte sich jemand unsicher sein, kann er sich an seinen Kaminkehrer wenden.

-Was passiert, wenn sich Besitzer weigern, umzurüsten?

Dann würde ich den Besitzer bei der nächsten Feuerstellenschau noch einmal auf die Notwendigkeit des Umrüstens hinweisen. Ist nach einem halben Jahr noch nichts passiert, erteile ich eine Mängelmeldung. Nach weiteren sechs Wochen melde ich den Vorfall dann dem Landratsamt. Das sendet eine Zwangsgeldandrohung.

-Was können Kunden tun, die ihre Öfen nicht oder nur selten nutzen?

Wenn Kunden alte Öfen nur zum Schmuck oder für Notfälle wie Stromausfälle nutzen, können sie eine Erklärung abgeben, die diese Absicht festhält. Dann kann auf die Erneuerung verzichtet werden. Die Regelung ist aber kein Schlupfloch. Bei regelmäßiger Nutzung des Ofens erlischt der Versicherungsschutz, was gerade bei Brandschäden teuer werden kann. Außerdem müssen auch selten genutzte Öfen jährlich gereinigt werden. Da merkt man, wenn jemand öfter als ein paar Mal geheizt hat.

Die nächsten Öfen fallen 2020 unter die Grenzwerteregelung

-Wie unterstützen Sie Ofenbesitzer bei der Umrüstung?

Ich berate Ofenbesitzer gerne individuell. Dabei kann ich auch Optionen aufzeigen, die die meisten nicht kennen, wie die mit der Absichtserklärung. Gerne empfehle ich auch Ofenbauer. Dann aber mindestens drei, um meine Unabhängigkeit zu wahren.

-Was sollten Ofenbesitzer tun, die in Zukunft von den Grenzwerten betroffen sein werden?

Die nächsten Öfen fallen 2020 unter die Grenzwerteregelung. Für Ofenbesitzer macht es Sinn, mit den Vorbereitungen nicht zu lange zu warten. Dabei kann sie ihr Kaminkehrer langfristig beraten und vorbereiten.

-Worauf kommt es für eine saubere Ofennutzung noch an?

Ein wichtiger Faktor ist trockenes Holz. Bei der Feuerstättenbesichtigung mache ich deswegen auch eine Feuchtigkeitsmessung. Außerdem kommt es darauf an, richtig und effizient zu heizen. Da hat sich in den letzten Jahr viel getan. Durch die großen Glasfenster der neuen Öfen merkt man sofort, wenn die Verbrennung nicht optimal läuft und viel Dreck entsteht. Die Zeiten, in denen alte Handtaschen verbrannt wurden, sind zum Glück vorbei.

-Halten Sie die neue Verordnung für sinnvoll?

Die neue Verordnung ist gleichzeitig ein Schritt in die richtige Richtung und ein Tropfen auf den heißen Stein. Hausöfen sind nur ein kleiner Faktor in der allgemeinen Luftverschmutzung. Dennoch bieten neue Öfen viele Vorteile, die den Austausch sinnvoll machen.

von Christian Masengarb

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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