Walter Müllerist Vorstandsvorsitzender bei der VR-Bank.

Große Herausforderungen

VR-Bank blickt einem schwierigen Jahr entgegen

Fürstenfeldbruck – Die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck kann zufrieden auf das Geschäftsjahr 2015 zurückblicken. Doch auch wenn jetzt sogar noch Dividenden ausgezahlt werden können, kommen in den nächsten Jahren wohl harte Zeiten auf alle Banken zu.

Für das Jahr 2016 rechnet Walter Müller mit einigen Herausforderungen: Welche Auswirkungen die Flüchtlingsproblematik und Konflikte wie in Syrien oder der Ukraine auf die Wirtschaft hätten, sei ungewiss. Zudem könne man die Entwicklungen auf dem internationalen Finanzmarkt nicht vorhersagen. Außerdem werde sich das Niedrigzinsniveau wohl negativ auf die Erträge der Bank auswirken: Denn wenn die Kunden weniger Zinsen zahlen, nimmt die Bank weniger ein. Deshalb ahnt Müller: „So einen Jahresabschluss wie 2015 wird es in den nächsten Jahren nicht mehr geben.“

Daher ist der Vorstandsvorsitzende Walter Müller auf die Bilanzsumme auch stolz. Sie beträgt rund 1,3 Milliarden Euro – ein Zuwachs von etwa sechs Prozent gegenüber 2014. Circa 14 Millionen Euro Gewinn hat die Bank vergangenes Jahr gemacht. Auch die Kundenkredite sind 2015 gestiegen, wie Rainer Kerth berichtet: Sie legten um 6,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. So lange die Zinsen so niedrig sind wie jetzt, sollten Kunden möglichst viel von ihren Krediten zurückzahlen, rät der Vorstand. Denn wenn in den kommenden Jahren die Zinsen wieder steigen oder Immobilien an Wert verlieren, müssen sie das abfangen können.

Für Anleger hat Prokurist Robert Fedinger einen klaren Rat: Sie sollten ihr Geld in verschiedenen Formen anlegen, also zum Beispiel neben einem Sparbuch oder Girokonto auch in Aktien oder Immobilien investieren.

Während auch das Versicherungsgeschäft 2015 zufriedenstellend verlaufen ist, weist Joachim Lachnit auf einen Trend hin, der ihm Sorgen bereitet: Zu viele junge Menschen machen sich keine Gedanken über private Altersvorsorge, so der Geschäftsführer des Versicherungsdienstes. Wegen der sinkenden Geburtenrate und der überalternden Gesellschaft sei die Situation bereits angespannt, denn immer weniger Berufstätige müssen für immer mehr Rentner zahlen. Um den dadurch zunehmend schwierigeren Rentenverhältnissen zu entgehen, plädiert Lachnit für eine private Altersvorsorge.

Sorgen bereitet Müller die Europäische Einlagensicherung EDIS. Damit möchte die EU-Kommission alle europäischen Banken füreinander haftbar machen. Dann müssten zum Beispiel beim Ausfall einer italienischen Bank auch deutsche Häuser zahlen. Das Geld soll dafür aus einem Topf kommen, in den alle Banken einzahlen. Dass die VR-Kunden damit einverstanden sind, bezweifelt Müller. Er hofft, dass die deutsche Regierung bei einem Nein zur EDIS bleibt.  mmh

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