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Jetzt sind alle glücklich vereint: Ulrike Bestehorn mit Lola und Daniela Lang (hinten v.l.). Auch Hündin Sarah haben Julius und Elena längst ins Herz geschlossen.

Die wahre Geschichte der Glückskatze Lola

Freigänger nennt man Katzen, die nicht nur in der Wohnung leben, sondern eigenständig draußen unterwegs sein dürfen. Katzendame Lola hat diesen Begriff arg strapaziert.

Eichenau/Fürstenfeldbruck - Fast ein Jahr lang blieb sie spurlos verschwunden. Bei ihrer Rückkehr musste sie sich dann mit einem neuen Kollegen auf vier Pfoten arrangieren.

Lola ist wegen ihrer Schwarz-rot-weißen Zeichnung eine sogenannte Glückskatze. Am 27. Februar 2016, es war ein Samstag, schlüpfte sie vormittags aus ihrer Katzenklappe und ging auf Entdeckungsreise. Julius, der Sohn der Familie, sah sie damals als letzter. Doch erst mal dachte sich niemand etwas dabei. Noch dazu hatte Lola morgens nichts gefressen.

Allgemein rechnete man damit, dass der Hunger den vierjährigen Stubentiger bald heim an den Freßnapf treiben würde. Aber dann zog sich der Spaziergang auf Samtpfoten doch besorgniserregend in die Länge. „Normalerweise ging sie immer nur für eine halbe Stunde am Vormittag raus“, erinnert sich Katzenmama Ulrike Bestehorn (43).

Diesmal war es anders. Lola blieb verschwunden. Mama Ulrike, Papa Bernhard, die Kinder Elena und Julius suchten die ganze Nachbarschaft ab. Sie baten Anwohner, in Garagen oder Schuppen nachzusehen, alarmierten Polizei und verschiedene Tierschutzorganisationen, schalteten Vermisstenanzeigen und hängten Zettel auf. Es nützte alles nichts.

 

„Die Ungewissheit war das Schlimmste“, sagt Ulrike Bestehorn. Menschen gegenüber sei ihre Miezi zwar scheu, aber: Glückskatze Lola (4) ist auch ein sehr neugieriges Tier: „Sobald eine Autotür offensteht springt sie hinein, gleiches gilt für Schuppen oder Garagen.“

Die Monate vergingen, die Familie hatte die Hoffnung auf ein Wiedersehen aufgegeben. So ganz ohne Haustier wollten die Vier aber auch nicht bleiben. Im Juni entschieden sich die Bestehorns dafür, einen Hund aufzunehmen. „Nach diesem Erlebnis wollte ich keine Katze mehr“, erzählt Grundschullehrerin Ulrike Bestehorn.

Von einer Tierrettungsorganisation holten die Eichenauer Sarah – eine zwei Jahre alte Streunerin aus Bulgarien – und gaben ihr ein neues Zuhause. Als Sarah sich bei der Familie bereits bestens eingelebt hatte, erschien plötzlich Lola wieder auf der Bildfläche – und zwar in Fürstenfeldbruck.

Daniela Lang hatte etwa sechs Wochen lang eine streunende Katze in ihrem Viertel beobachtet. „Ich wollte sie erst nicht füttern, um sie nicht an mich zu binden“, sagt die 41-Jährige. Doch Lola ließ nicht locker: Sie schaute immer wieder bei ihr vorbei. Schließlich hatte sie die 41-Jährige doch weich gekocht.

Daniela Lang nahm die Miezi bei sich auf. Sie fotografierte Lola und startete beim sozialen Netzwerk Facebook einen Aufruf – ohne Erfolg. Schließlich nahm sie Kontakt mit dem Brucker Tierschutzverein auf und wurde bei den Vermisstenmeldungen der Homepage fündig.

Die Bestehorns konnten es kaum fassen. Sie waren überglücklich, als ihre Lola wieder nach Hause kam. Nun sind sie damit beschäftigt, die Katzendame mit Hündin Sarah vertraut zu machen – und das mit Erfolg. Die Glückskatze und die ehemalige Streunerin sind auf dem besten Weg, dicke Freundinnen zu werden. 

akk

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