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Wasser im Keller: Landrat soll helfen

Puchheim – Bereits zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren hatten Anwohner in Puchheim-Ort Wasser im Keller – wegen Starkregens. Nun wandten sie sich an den Landrat und baten um Hilfe.

Muss man dem Klimawandel hilflos zusehen oder kann man sich doch wenigstens vor den Konsequenzen wie dem immer häufigeren Starkregen schützen? Diese Frage beschäftigte angesichts der letzten Überschwemmungen im Juli jetzt auch den Umweltbeirat. Mehrere Betroffene waren bei der Sitzung, schilderten ihre Erlebnisse, suchten nach Ursachen und machten vereinzelt auch Vorschläge, wie dem Problem beizukommen sei.

Diesen Dienstagnachmittag Ende Juli werden viele Landkreis-Bürger nicht vergessen. Straßen wurden überschwemmt, Tiefgaragen und Unterführungen geflutet, ein scheinbar einsturzgefährdeter Supermarkt musste evakuiert werden. Bis zu 90 Liter pro Quadratmeter registrierten die Messstellen in nicht einmal einer Dreiviertelstunde.

Besonders betroffen war aber nicht zum ersten Mal Puchheim-Ort. Rund um den Maibaum stand das Wasser zeitweise einen halben Meter hoch und zahlreiche Keller liefen voll.

Dort hat man seit den ersten Überschwemmungen von 2011 den Verdacht, dass durch die Verlegung der Bundesstraße die Abflussverhältnisse gravierend verändert wurden. Außerdem seien Drainagegräben überwuchert und der Gröbenbach zuletzt sogar durch einen Baumstamm blockiert gewesen.

Dass sich das Wasser heute andere Wege sucht, bestätigte ein Ortler. Wenigstens ein Teil der Regenmengen sei früher vom Parsberg Richtung Germering abgelaufen. Betonwände, wie sie ein schwer geschädigter Nachbar inzwischen als Hochwasserschutz verwendet, oder penibel frei geräumte Entwässerungsgräben lösten das Problem aber nicht: „Dann ersaufen die Unteren.“ Allen geholfen sei vielmehr, wenn Wiesen südlich der B 2 als Rückstauflächen genutzt würden.

Ein Beiratsmitglied nahm die Flurbereinigungsgenossenschaft, die für den Unterhalt der Gräben sorgt, in Schutz. Gerade weil die Gräben funktionstüchtig seien, werde der Ort weiter unten überschwemmt. Not tue ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Entwässerung.

Im Rathaus versteht man die Kritik der Anwohner. Die Gräben seien allerdings für die Trockenlegung von Feldern angelegt, nicht um einen Starkregen aufzufangen, heißt es. Zudem würden sie seit 2011 häufiger auf mögliche Abflusshindernisse untersucht und öfter von Vegetation befreit. Dass sie nicht ganz ausgeräumt werden, erbost wiederum eine Betroffene. Offenbar sei das Wohl etwaiger „Bodenbrüter“ wichtiger als das der Menschen, sagte sie dem Tagblatt.

Einige Überschwemmungsopfer aus dem Süden von Puchheim-Ort haben Bürgermeister und Landrat um Hilfe gebeten. Rathauschef Norbert Seidl (SPD) sagte bei einem persönlichen Gespräch zu, die gesamte Situation noch einmal überprüfen zu lassen. Abhilfe müsse die Stadt leisten, schrieb Landrat Thomas Karmasin. Seine Behörde könne nur bei der Überprüfung entsprechender Puchheimer Planungen tätig werden. Für weitere Informationen verwies er auf die „Hochwasserschutzfibel“ des Bundesverkehrsministeriums.

Olf Paschen

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