Der Baywa-Turm an der Hubertusstraße. archivfoto: weber

In Bruck

Wegen Flächenmangel: Baywa bleibt vorerst an Hubertusstraße

Fürstenfeldbruck – Die Stadt kann der Baywa keine geeignete Fläche anbieten. Dabei will die Firma ihren attraktiven Standort an der Hubertusstraße verlassen. Die Kommunalpolitiker wollen das Unternehmen dennoch unterstützen.

Denn die Stadt könnte das Areal an der Ecke Hubertus-/Landsberger Straße (dort sind Landmaschinentechnik, Tankstelle und Energie-Vertrieb untergebracht) kaufen und dort Wohnungen bauen.

Stadtbaumeister Martin Kornacher hatte außerdem die Vision, dass im Baywa-Turm ein Gründerzentrum für junge Selbstständige unterkommen könnte. Ein solches wollen Wirtschaftsreferent Philipp Heimerl (SPD) und Jugendreferent Florian Weber (BBV) in Fürstenfeldbruck etablieren.

Doch die Flächen auf Stadtgebiet befinden sich teilweise noch in Privatbesitz. Beispiel Hasenheide: Westlich des Getränke-Logistikers Trinks an der Fraunhoferstraße/Am Kugelfang hielt die Wirtschaftsförderin der Stadt, Aliki Bornheim, eine Unterbringung zwar grundsätzlich für möglich. Allerdings müssten noch langwierige Grundstücksverhandlungen geführt werden – für die Baywa würde das zu lange dauern. Die will nämlich schon im nächsten Jahr umziehen.

Ähnlich sieht es bei weiteren Flächen in der Hasenheide aus. Der Zeithorizont der Firma sei einfach zu knapp. An der Habichtstraße nördlich der B 2 – ein Areal, das noch am ehesten zu empfehlen gewesen wäre – ist der Zug ebenfalls schon abgefahren: Von zwei möglichen Grundstücken in Privathand wird eines mittlerweile schon bebaut.

Unabhängig von den nicht vorhandenen Grundstücken störte sich besonders Klaus Wollenberg (FDP) an dem Punktesystem, mit dessen Hilfe die Verwaltung mögliche Firmenansiedlungen bewertet. Die Baywa erreichte hier nur knapp die Hälfte der möglichen Punkte. „Das kann man in die Mülltonne schmeißen“, so Wollenberg. Sauer stieß ihm beispielsweise das Bewertungskriterium „Schaffung von (hochqualifizierten) Arbeitsplätzen“ auf.

„Hochqualifiziert“ setze einen akademischen Abschluss voraus, und man wolle schließlich in Fürstenfeldbruck auch normale Gewerbebetriebe ansiedeln. Auch Andreas Lohde (CSU) konnte manches nicht nachvollziehen. Er fragte, warum die räumliche Nähe zwischen der Landmaschinentechnik der Baywa und dem grünen Zentrum in Puch mit der Landwirtschaftsschule nicht berücksichtigt wird. Abschließend meinte Uli Schmetz (SPD) noch, die Firma müsse sich nun „selber auf die Socken machen“.

Mit dem Beschluss, dass die Verwaltung die Baywa bei ihrer Standortsuche unterstützt, will der Stadtrat ein Signal senden, wie Herwig Bahner (CSU) formulierte: „Eine Umnutzung fänden wir gut und wir wollen, dass Ihr bleibt.“ Laut der Wirtschaftsförderin droht die Baywa momentan noch nicht mit einem Wegzug. (Fabian Dilger)

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