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Viel Glitzer und beeindruckende Kostüme: Die Tänzer vom TSV St. Wolfgang aus dem Kreis Erding.

Fasching

Wehe dem, der den Orden vergisst

Elf Showgruppen und 350 Besucher kamen zum Gardefestival der Faschingsgilde Olching ins Gernlindner Bürgerzentrum. Dabei war vor allem ein Faschingsaccessoire unverzichtbar.

Gernlinden/Olching – Erst Küsschen links, dann Küsschen rechts, eine angedeutete Umarmung und schon wird man zum Ordensträger. Bei Gardetreffen wie dem der Faschingsgilde Olching (FGO), wird nicht nur gute Laune durch die Auftritte der einzelnen Showtanzgruppen erzeugt. Auch die Orden der einzelnen Vereine wechseln bei solchen Veranstaltungen rege den Besitzer.

Sicher ist sicher: Seine Faschingsorden hat Adalbert Heim stets dabei. Denn sonst wird’s teuer, wie der Vorsitzende der Olchinger Tanzfreunde sagt.

„Den Orden sollte man dann aber bei sich behalten“, weiß Guido Amendt, Hofmarschall und Moderator der FGO. Es gehört nämlich zur Faschingsgaudi, dass kontrolliert wird, ob man den meist recht bunt gestalteten Halsschmuck mit sich führt. Schließlich sind viele Gruppen untereinander befreundet oder begegnen sich bei diversen Gardefestivals. „Zwei oder drei Orden habe ich immer umhängen, die anderen stecken griffbereit im Jackett“, erklärt Amendt seine Taktik, wie er die Kontrollen erfolgreich meistert.

Auch die Brucker Heimatgilde zeigte ihre Können und begeisterte das Publikum.

Auch Adalbert Heim weiß um diesen Brauch. Als Vorsitzender der Olchinger Tanzfreunde und Mitglied des Männerballetts ist er gleich doppelt von der Last der Orden betroffen. „Da geht es ans Geld, wenn Du das Teil nicht dabei hast.“ Es gebe da schon eine Art Tarif. Kontrolliert ein Kinder-Prinzenpaar vergeblich, sind zum Beispiel Süßigkeiten fällig. Bei erwachsenen Lieblichkeiten und Tollitäten läuft der Spaß schon einmal in der Größenordnung von einer Flasche Prosecco oder einem Kasten Bier.

Freilich würden solche Auslösen auch die Stimmung unter den Vereinen heben, erzählt Heim. Was sich laut Amendt ebenfalls auf ein Gardefestival auswirkt. „Da feuert jeder jeden an. So entsteht dann ein Hexenkessel voll guter Laune“, so der FGO-Moderator. Das Bürgerzentrum in Gernlinden biete dafür eine ausgezeichnete Bühne.

Mit riesigen Schneeflocken brachten die Brucker Faschingsfreunde Winterstimmung auf die Bühne.

Dabei spielen die Olchinger Tanzfreunde, die ausschließlich mit Nachwuchsgruppen arbeiten, für Amendt eine wichtige Rolle. „Fasching muss generationenübergreifend sein, nur so kann er weiterleben.“ Und nur so könne die Begeisterung weitergetragen werden.

Eine Begeisterung, die die Meringer Gruppe „Lach Moro“ mit einem temperamentvollen Auftritt deutlich zeigte. Faszinierend ist das Tempo der Meringer – allein schon beim Garderobenwechsel. Und auch die Farbenpracht ihrer Kopfbedeckungen, die der Queen von England alle Ehre gemacht hätte, ist beeindruckend. „Kostümmäßig ein absoluter Höhepunkt des Abends“, lobte Amendt.

Von Hans Kürzl

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