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Truppenbesuch: Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels war im Mai 2016 auf dem Fliegerhorst. 

Pläne des Verteidigungsministeriums

Wehrbericht kritisiert Fursty-Umzug 

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Der geplante Umzug der Offizierschule der Luftwaffe von Bruck nach Roth muss auf den Prüfstand. Das fordert der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD) in seinem aktuellen Wehrbericht.

Fürstenfeldbruck/Berlin –  Es sind nur ein paar Zeilen in dem fast 100 Seiten starken Bericht zur Lage der Bundeswehr, aber sie könnten einige Sprengkraft besitzen. „Gelegentlich stellt sich schließlich im Zuge der Verlegung von Bundeswehreinrichtungen die Frage der Sinnhaftigkeit des Einsatzes der Mittel. So bei der Verlegung der Offizierschule der Luftwaffe von Fürstenfeldbruck nach Roth“, schreibt Bartels auf Seite 28 unter der Rubrik „Trendwende Infrastruktur“.

Der Wehrbeauftragte hatte Fursty im Mai 2016 besucht und dabei Abläufe und Strukturen der Schule begutachtet, wie es damals hieß. Außerdem sah er sich die Gebäude auf dem Luftwaffenstützpunkt an. Darauf bezieht sich Bartels nun auch im Wehrbericht. „Bei einem Truppenbesuch betonten von der Verlegung betroffene Soldatinnen und Soldaten, dass der Standort Fürstenfeldbruck für alle Offiziere der Luftwaffe eine gemeinsame Identität stifte, deren Verlust nach einem Umzug nach Roth befürchtet werde“, so Bartels.Die Kosten des Umzugs summiert er auf rund 144 Millionen Euro. Der SPD-Bundestagsabgeordnete kommt zu dem Schluss, dass zu überlegen wäre, „ob eine Modernisierung und Herrichtung des Standorts Fürstenfeldbruck nicht sinnvoller wäre“.

Der Wehrbeauftragte verweist in diesem Zusammenhang auch auf die in Roth bereits vorhandene Infrastruktur für die Aufnahme einesfliegenden Verbands (Kampfhubschrauber Tiger). Diese Infrastruktur könne möglicherweise später genau für diesen Zweck wieder gebraucht werden, anstatt sie woanders neu zu bauen. Bartels empfiehlt daher, eine eingehende Kosten-/Nutzenanalyse des Umzugs zu erstellen.

Gegenüber dem Tagblatt unterstrich der Abgeordnete am Dienstag, dass er es für schwierig hält, auf das Gelände in Roth eine Schule zu bauen, wo es dort doch technische Infrastruktur gebe.

Allerdings wolle er jetzt auch keine große Hoffnung machen, dass das Verteidigungsministerium die Entscheidung noch umdreht. Sicher ist für Bartels jedoch: Heute würde man die Umzugs-Entscheidung aus dem Jahr 2011 so nicht mehr treffen, da bei der Bundeswehr mittlerweile eher der Vorsatz gelte, nichts herzugeben, was man hat.

Der Vorsitzende der Brucker CSU, Andreas Lohde, fand es interessant, dass der Wehrbeauftragte jetzt eine Auffassung vertritt, „die wir von Anfang an hatten“. Allerdings komme die Aussage im Wehrbericht etwas spät. Lohde glaubt, dass sich am Verfahren nichts mehr ändern wird, betont dabei aber erneut: „Die Bundeswehr ist uns willkommen.“ Die Stadt brauche nun Daten darüber, wie es weitergeht.

Nach Tagblatt-Informationen ist der Spatenstich für den Neubau der Offizierschule in Roth für Sommer 2017 geplant. Beobachter glauben, dass die anvisierten 144 Millionen Euro nicht reichen werden. Die Fursty-Führung geht davon aus, dass der Umzug wirklich erfolgt, wie in einem Interview vom Dezember 2016 deutlich wurde. In fünf Jahren werde die Luftwaffe Bruck verlassen haben, hieß es. Die Probleme beim Umzug waren bereits im Jahr 2014 Thema. (st)

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