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Tobias Jaud hat es mit seinen Versuchen zum effektiven Erhitzen von Wasser weit gebracht: Er siegte beim Wettbewerb Jugend experimentiert. 

15-Jähriger forscht

Er weiß, wie man am besten Wasser kocht

Germering - Das Max-Born-Gymnasium (MBG) hat allen Grund zum Feiern: Mit Tobias Jaud hat nach langer Zeit wieder ein MBG-Schüler den Wissenschafts-Wettbewerb „Schüler experimentieren“ gewonnen. Der 15-Jährige fährt jetzt zum Landesentscheid nach Dingolfing.

Beim Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“, wie die Juniorvariante von „Jugend forscht“ heißt, hat Tobias Jaud seinen großen Erfolg eingefahren. Der 15-Jährige stellte mittels Stellwänden und Infomaterial sein erarbeitetes Experiment vor – und konnte die Jury überzeugen. Der erste Preis war gesichert. Das war Ende Februar. Mit dem gleichen Projekt bewirbt er sich nun eine Ebene höher.

„Das Tolle an Tobias’ Projekt ist vor allem der Praxisbezug und die Aktualität des Themas“, erklärt sein Lehrer Eckart Werner-Forster. Der Schüler testete nämlich, mit welchem Gerät man am energiesparendsten Wasser erhitzen kann.

In seiner Arbeit hat Tobias insgesamt vier Versuchsreihen, bei denen er jeweils alle sieben Geräte einmal getestet hat, aufgezeichnet. Verglichen hat er dabei einen Wasserkocher, einen Tauchsieder, eine Mikrowelle, eine konventionelle Herdplatte, eine Kaffeemaschine, eine Induktionsherdplatte und einen Gaskartuschen-Brenner.

Komplizierte Messungen

Eine solche Messung dauerte etwa drei Stunden und lief folgendermaßen ab: Zuerst füllte Tobias einen Liter Wasser in das jeweilige Gerät und schrieb sich die Ausgangstemperatur auf. Das Gerät steckte er an ein Energiekostenmessgerät an und stellte es auf höchster Stufe ein. Halbminütig hat der Schüler dann die Temperatur gemessen, bis 90 Grad erreicht waren.

Mit den Ergebnissen seiner Messung verrechnete der junge Forscher dann die theoretische Aufnahme des Wassers mit dem Wirkungsgrad. Außerdem hat der 15-Jährige von jedem Versuchsaufbau auch noch ein Wärmebildfoto gemacht, um zu sehen, wo umsonst Hitze freigesetzt wird. Ergebnis seiner Untersuchungen ist, dass man mit dem Wasserkocher am wenigsten Energie verbraucht – vorausgesetzt man erhitzt nur soviel Wasser, wie benötigt wird. Das sei in vielen Haushalten nicht der Fall, weiß der Schüler.

Auf die Idee zu seinem Projekt ist Tobias gekommen, als er selbst darauf gewartet hat, bis sein Wasser auf der Herdplatte endlich kochte. Er hat sich gefragt, wie man das Wasser wohl am effektivsten erhitzen könne und dem „Jugend forscht“-Kreis, der von Eckart Werner-Forster geleitet wird, davon erzählt. Dort machte sich Tobias an die Arbeit und bereitete sich auf den Regionalentscheid vor. Ende Februar war es dann so weit und der Schüler stellte sein Projekt zwei Tage lang in einer Halle in Erlangen aus.

Komplizierte Versuche

Tobias konnte sich gegen über 100 Teilnehmer und 64 Projekte durchsetzen und gewann, gemeinsam mit drei anderen Kandidaten, den ersten Preis. Neben 75 Euro, die von den Patenunternehmen gesponsert wurden, bekam der Neuntklässler damit sein Ticket für den Landeswettbewerb in Dingolfing.

Das große Interesse an Naturwissenschaft liegt bei Tobias in der Familie. „Mein Vater ist Diplomingenieur und meine Eltern sind beide sehr technikbegeistert“, erzählt er. Gemeinsam mit seiner älteren Schwester Simone hat Tobias in seinem ersten Jahr beim „Jugend forscht“-Kreis bereits ein Projekt gestaltet und damit auch bei „Schüler experimentieren“ teilgenommen. Für den ersten Preis hatte es damals nicht ganz gereicht und auch letztes Jahr ist Tobias nur knapp daran vorbei geschrammt.

Deshalb freut er sich umso mehr, nun am Bayerischen Landeswettbewerb am 18. und 19. April teilnehmen zu dürfen. „Aufgeregt bin ich aber eigentlich nicht, ich bin ja vorbereitet“, erzählt der Schüler. Da die Zeit für ein neues Projekt viel zu knapp wäre, stellen die Kandidaten die gleichen Projekte nochmal vor, allerdings in einer überarbeiteten und verbesserten Version.

Der letzte Sieg eines Schülers vom MBG bei „Jugend forscht“ ist schon eine Weile her. „Zuletzt hat einer unserer Schüler vor drei Jahren gewonnen, deshalb haben wir uns über Tobias’ Sieg besonders gefreut und sind stolz auf ihn“, erzählt Eckart Werner-Forster. Am 21. März feierte Tobias seinen 15. Geburtstag. Damit ist er nächstes Jahr alt genug, um sich bei „Jugend forscht“ zu bewerben.

Anna Rosenheimer

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