Genossenschaft ohne Vorstand

Weltladen droht die Schließung

Germering –Schon im Sommer könnte Germering „Fairtrade-Stadt“ werden. Derweil man sich um dieses kommunale Aushängeschild bewirbt, steht die Zukunft des genossenschaftlich geführten „Weltoffen“-Ladens auf der Kippe, der vor allem Fairtrade-Produkte im Angebot hat.

 Für die Verkäuferinnen und Kunden ist er ein wahres Schmuckkästchen: der Weltladen in der Otto-Wagner-Straße. Neben fair gehandeltem Kaffee, Tee und Süßigkeiten gibt es hier auch kunsthandwerkliche Naturprodukte wie Schmuck, Stoff- oder Lederwaren.

Doch damit könnte bald Schluss sein, denn: Ende Mai legen Angi Bissinger und Christine Rappl ihre Vorstandstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nieder. Seit längerem sucht die Genossenschaft, die den Laden mit Hilfe von 24 Ehrenamtlichen betreibt, händeringend nach Nachfolgern für die beiden. „Findet sich niemand, werden wir den Weltladen wohl schließen müssen“, sagt Angi Bissinger. Dabei läuft der Laden – kundenfreundlich im Herzen Germerings gelegen – sehr gut: Jährlich erwirtschaften die ehrenamtlichen Verkäuferinnen knapp 100.000 Euro Umsatz. „Wir haben viele Stammkunden und die sind jetzt schon richtig bekümmert angesichts der Zukunft des Geschäfts“, weiß Christine Rappl.

Während die Zukunft des Weltladens auf der Kippe steht, bewirbt sich die Stadt derzeit bekanntlich darum, „Fairtrade-Stadt“ zu werden. „Es ist allerdings keine Voraussetzung, dass eine Stadt so einen Laden vorzuweisen hat, da gelten ganz andere Kriterien“, erklären die Vorstandsfrauen. Ingeborg Keil, langjähriges Stadtratsmitglied, sagt aber: „Natürlich würde die Stadt auch davon profitieren, wenn sie so einen Weltladen als Aushängeschild hat.“ Das nächste Gespräch darüber mit Oberbürgermeister Andreas Haas soll im Mai stattfinden. Die Zukunft des Ladens ist dennoch gefährdet.

Derzeit gibt es nur eine Bewerberin für die beiden vakanten Vorstandsposten, doch es müssen laut Satzung mindestens zwei sein, die sich die Aufgaben wie Wareneinkauf, Deko, Personalführung und Buchhaltung teilen. „Natürlich dürften es auch mehr sein und es ist auch keine Bedingung, dass man aus dem Verkauf kommt, das kann man alles lernen“, sagt Angi Bissinger.

Den Mitarbeiterinnen und natürlich auch den Kunden liege der Laden sehr am Herzen, betonen Bissinger und Rappl. Seit acht Jahren trägt er sich selbst. Ingeborg Keil betont: „Ohne das Ehrenamt funktioniert so etwas gar nicht, das ist in den Vereinen so und genauso funktioniert dieser soziale Gedanke auch bei uns im Geschäft.“ Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Ladens kommen überwiegend aus Germering, aber auch aus den Nachbargemeinden Eichenau, Neu-Aubing, Alling und Gauting. Alle tragen dazu bei, die Mietkosten in Höhe von 700 Euro zu erwirtschaften und den Germeringern ganz nebenbei mit ihrem Engagement ein, wie Angi Bissinger sagt, „wahres Schmuckkästchen im Herzen Germerings mit einem tollen Angebot“ bieten zu können.

Vorsitzende gesucht

Wer sich im Vorstand engagieren will, soll sich bei Angi Bissinger, Telefon, (089) 8 40 47 58, oder bei Christine Rappl, (089) 78 62 85, melden.

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