Alles Gute! Zum Geburtstag gratulierten Elfriede Smolinski (v.l.) Bürgermeister Andreas Magg, Sohn Georg und Enkel Martin sowie Ziehkind Constanze Gierend. foto: weber

Speedway-Star privat

Wenn Smolis Oma 95 wird

Olching – Jedes Jahr wenn die „Martin-Oma“ Geburtstag hat, wird dieser besondere Tag mit der ganzen Familie gefeiert. Stolze 95 Jahre ist Elfriede Smolinski, Mutter des Stadionsprechers Georg Smolinski und Großmutter von Speedway–Profi Martin Smolinski geworden.

 Den netten Spitznamen verdankt sie ihrem Enkel. „Wenn wir früher als kleine Kinder zu Elfriede immer Oma gesagt haben, kam Martin gleich an und hat gemeint, das sei aber seine Oma. Seitdem heißt sie bei uns Martin-Oma“, erinnerte sich Constanze Gierend, Ziehtochter der Familie, lachend.

Ganze fünf verschiedene Kuchen und Torten wurden beim gemeinsamen Kaffeetrinken aufgetischt. „Die habe ich aber nicht selber gebacken, sondern alle geschenkt bekommen“, winkte die Jubilarin ab. Und die Schleckereien schmeckten der 95-Jährigen. Nach drei Stück Kuchen musste sie dann aber doch kapitulieren.

Enkel Martin Smolinski beließ es bei einem Stück Kuchen. „Da muss ich morgen einfach eine Stunde länger als sonst laufen gehen“, sagte der Sportler lachend. Er hat eine sehr enge Beziehung zu seiner Großmutter. Trotz vollem Terminkalender versucht er einmal die Woche bei seiner Oma zum gemeinsamen Essen vorbeizukommen. Natürlich gibt es dann für den Enkel viel Gemüse und gesunde, fettarme Gerichte, erzählte die Oma schmunzelnd.

Mit ihrem Sohn Georg telefoniert die 95-jährige täglich. Jeden Freitag gehen die beiden zusammen einkaufen und spazieren. „Wenn meine Mutter etwas braucht, bin ich sofort zur Stelle“, versicherte Georg Smolinski. Für ihre 95 Jahre ist die kleine Frau mit dem hübsch frisierten grauen Haar und der schicken dunklen Bluse noch ausgesprochen fit. Den Stolz und die Liebe zu ihrem Sohn und ihren Enkelkindern kann Elfriede kaum verbergen. „Meine Familie ist mir das höchste Gut“, bekräftigte sie.

Die Frau hatte es nicht immer leicht. Die geborene Schlesierin musste im Krieg flüchten. Lediglich mit einem Handwagen ausgerüstet, kam sie im April 1945 nach Olching. „Wir Flüchtlinge waren nicht gerne gesehen“, erinnert sich Elfriede Smolinski. Sie weiß noch genau, wie eine Bäckerin ihr trotz Geld und Essensmarken kein Brot verkaufen wollte. Doch es gab auch hilfsbereite Einheimische. Eine Geschichte blieb Elfriede bis heute im Gedächtnis: „Eine Frau hat gesehen, wie ich geweint habe, weil ich das Brot nicht kaufen konnte. Sie hat mir dann ein großes Stück von ihrem abgegeben.“

Seit 1952 wohnt die Rentnerin in einer Wohnsiedlung, die zu damaligen Zeiten für Geflohene vorgesehen war. „Die Bewohner hier sind unglaublich lieb und hilfsbereit. Wir haben uns von Anfang an wohl gefühlt“, sagt Elfriede Smolinski. Um den Bezug zu ihrer Heimat zu erhalten trifft sich Elfriede Smolinski alle vier Wochen mit anderen Geflohenen aus Schlesien und tauscht sich bei Kaffee und Kuchen über alte Geschichten aus. lana gottwald

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