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Barbara und Andreas Dietl (vorne) haben eiserne Hochzeit gefeiert. Es gratulieren (v.l.) Enkelin Christina Dietl, Schwiegertochter Rosi und Sohn Josef Dietl sowie Bürgermeister Andreas Magg (r.).

Eiserne Hochzeit

Wie aus einer Wallfahrts-Bekanntschaft die große Liebe wurde

An Mariä Himmelfahrt 1949 nahm Barbara Dietl an der Wallfahrt zur Kirche von Stadlern in der Oberpfalz teil. Nach dem Gottesdienst wollten die 16-Jährige und ihre Freundin noch einen Ausflug zu einer Burgruine in der Nähe machen. 

Olching – Zwei Schreinerlehrlinge schlossen sich ihnen an. So lernten sich Barbara und Andreas Dietl vor 68 Jahren kennen. Vor kurzem hat das Paar eiserne Hochzeit gefeiert.

Ein schönes Paar: beim Ja-Wort vor 65 Jahren. Damals war Barbara Dietl bereits schwanger.

„Der eine Lehrling wollte immer mit mir anbandeln, aber ich wollte partout nicht. Deshalb hab ich einfach meine Handtasche dem anderen zum Tragen gegeben, der hat mir besser gefallen. Das war der Andreas“, erzählt Barbara Dietl, die heute 85 Jahre alt ist. 1952 wurde Barbara schwanger, deshalb hat das Paar noch im gleichen Jahr geheiratet. „Meine Familie war streng katholisch, und meine Eltern sagten, sie wollen nicht mit der Schande leben, also mussten wir weggehen“, erinnert sich die Seniorin. Die beiden Oberpfälzer zogen nach Gröbenzell, dort kam Sohn Josef zur Welt.

In den ersten Jahren musste die junge Familie sparen. Erst als Andreas Dietl eine Anstellung in der Gepäckabfertigung am Münchner Hauptbahnhof gefunden hatte, ging es aufwärts. 1960 konnte die Familie nach Neu-Esting in ein eigenes Haus ziehen, wo das Paar heute noch lebt.

Erst 13 Jahre nach dem ersten Kind kam der zweite Sohn Peter zur Welt. „Ich wollte so lange warten, damit mir bei meinem zweiten Kind niemand mehr dreinreden kann“, sagt Barbara Dietl.

Die gemeinsame Leidenschaft des Paares war das Reisen. Mit den Kindern sind sie 20 Jahre lang mit dem Zug nach Italien gefahren, die Tickets hat Andreas Dietl wegen seiner Anstellung bei der Bahn günstiger bekommen. Später folgten dann längere Reisen – nur zu zweit. Die beiden Senioren waren unter anderem in Kuba, Ägypten und der Sahara. „Wir haben immer Rundreisen gemacht und sind zu Orten gefahren, an die andere Touristen nicht hingekommen sind“, erzählt Barbara Dietl, die sich mit ihrer Gartenarbeit und Tees aus Kräutern, die sie selbst gesammelt hat, fit hält.

„In einer Ehe geht es immer rauf und runter“, sagt sie. Vor drei Jahren ist ihr Mann an Demenz erkrankt, seitdem pflegt sie den 88-Jährigen. „Wir haben uns auch oft gestritten, aber man kämpft trotzdem gemeinsam weiter“, fügt die zweifache Großmutter hinzu.

Den 65. Hochzeitstag feierte das Paar mit über 40 Freunden und der Familie im Gasthof Pfeil in Bergkirchen. „Dass wir das noch erleben duften, ist ein Gottesgeschenk“, sagt Barbara Dietl glücklich. Katharina Wohlfart

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