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So geht’s: Hans Spinnler demonstriert im Bassin auf der Waghäuslwiese die hohe Kunst des Fliegenfischens.

Wie man mit bunten Fliegen Fische fängt

Zum zwölften Mal fand im Klosterareal Europas größte Fachveranstaltung für Fliegenfischer statt. Die Veranstaltung brach alle Rekorde, der Besucherzustrom wurde ein weiteres Mal gesteigert.

Fürstenfeldbruck – An den beiden Tagen trafen sich 114 Aussteller, 13 namhafte Werfer aus zehn verschiedenen Nationen und 40 Fliegenbinder aus über 20 Ländern. Sie weihten die Besucher in die Kunst des Bindens der Köder und in die Wurftechnik ein. Die „Erlebniswelt Fliegenfischen“ avancierte auch heuer wieder zu einem wahren Paradies für alle an dieser Art des Angelns Interessierten.

„Wir hätten nicht gedacht, dass wir das Ergebnis vom vergangenen Jahr nochmals toppen könnten“, freute sich Michaela Stroh vom Veranstaltungsteam. Die letztjährige Besucherzahl von 3800 wurde nochmals gesteigert. „Ich kann zwar noch keine genauen Zahlen nennen, aber es war auch diesmal wieder eine Veranstaltung der Superlative.“ Schon am frühen Samstagmorgen standen die Besucher vor dem Kassenhäuschen Schlange, berichtete Stroh vom stärksten Ansturm aller Zeiten.

Neben dem Stadtsaal, der Tenne im Erdgeschoss und Obergeschoss kam erstmals der Säulensaal dazu, um alle Aussteller aufnehmen zu können - mit 114 waren es so viele wie noch nie. „Wir sind weltweit einmalig. Man kennt uns vom Ganges bis Übersee“, so Stroh nicht ohne Stolz. Neben der größten Markenvielfalt und Produktneuheiten an Angelgerät und Zubehör sowie an Bekleidung, Fachliteratur und interessante Reisen begeisterte ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm Groß und Klein.

Sehr positiv war auch die Resonanz der Aussteller. Sie waren mit dem Verlauf hochzufrieden. Die 35 Vorträge an beiden Tagen wurden von über 1000 Menschen besucht, in Spitzenzeiten tummelten sich an den beiden Casting-Pools 350 Besucher. Sie verfolgten die Wurfdemos und versuchten es selbst einmal. Der Schweizer Hans Spinnler ist als Fliegenfischer ein internationaler Kursleiter. Er demonstrierte am künstlich angelegten Weiher auf der Waghäuslwiese, dass Fliegenfischen keine Hexerei ist und eigentlich von jedermann mit ein wenig Übung erlernt werden kann. Er führte dabei vor, auf welche besonderen Techniken es bei der Einhand-Fliegenrute und welche bei der Zweihand-Fliegenrute zu achten ist und wann man die eine und wann die andere Rute benutz. „Das hängt von der Art der Zielfische ab, die man fangen möchte“, erklärte der Instruktor für Fliegenfischen.

Seit einem dreiviertel Jahr hat sich der neunjährige Simon aus Petershausen dem Fliegenfischen und damit auch dem Fliegenbinden verschworen. „Er hat schon viel daheim geübt“, sagte seine Mutter Angelika Huber.

Die Leidenschaft hat der Bub aus dem Dachauer Landkreis vom Papa geerbt. Zuerst habe die Familie in Österreich mit der normalen Angelrute geangelt, dann aber sei man umgestiegen. Das Fliegenfischen sei einfach intensiver, wenn man mit den Beinen dabei im Wasser steht, um die Schnur besser werfen zu können, erklärt Papa Michael Muggesser.

Die bunten vielfältigen Köder erklärt Muggesser so: „Sie sollen ein Insekt in jedem Stadium imitieren. Die kräftigen Farben bilden dabei einen zusätzlichen Reiz für den Fisch.“ Ungefähr 30 000 Fliegenfischer gibt es in Deutschland, berichtete Stroh. „Angefangen mit der Ausstellung Erlebniswelt Fliegenfischen (EWF) haben wir 2006 ganz klein mit 25 Ausstellern im Schloss Höhenried am Starnberger See.

Doch schon in Höhenried gab es kein Durchkommen in den Räumen und Gängen des Schlosses, so dass wir die nächsten beiden Veranstaltungen auf Schloss Pertenstein bei Traunreut verlegten. Seit neun Jahren findet die Veranstaltung nun hier im Veranstaltungsforum Fürstenfeld statt. Das Veranstaltungsforum bietet mit seinen Räumlichkeiten, den technischen Möglichkeiten und Außenanlagen ein außergewöhnliches Ambiente. Eine kleine Vision wurde für uns Wirklichkeit.“

Dieter Metzler

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