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Ein Dankeschön ist für die ehrenamtlichen Retter oft der schönste Lohn.
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Florian Volz (Kommandant Grafrath): „Wenn man die Info kriegt, dass alles gut verlaufen ist, verschafft das schon eine Art Erleichterung.“
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Dennis Reiter (Kommandant Geiselbullach): „Das zeigt, dass es sich gelohnt hat, freie Zeit zu opfern, die man mit der Familie hätte verbringen können.“
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Michael Gogl (Stadtbrandmeister Germering): „Vor fünf Jahren brachte eine gerettete Mutter Kuchen. Daraus ist eine Art Freundschaft entstanden.“
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Manuel Mai (Stadtbrandmeister Bruck): „Vielen Leuten ist gar nicht bewusst, dass wir keine Berufsfeuerwehr sind, und nicht bezahlt werden.“
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Christoph Gasteiger (Kommandant Moorenweis): „Als ein Mann, den wir reanimiert hatten, völlig gesundet vor mir stand, war das sehr bewegend.“

Wie Opfer ihren Rettern danken

Egal ob Unfälle, Brände oder Wetterkatastrophen: Einsatzkräfte retten Menschen aus Notsituationen. Meist sind es wildfremde Frauen, Männer und Kinder, denen sie beistehen. Und oft gibt es auch nach der Rettung keinen Kontakt zwischen Helfer und Opfer. Doch manchmal ist das auch anders.

Landkreis– Eine Geschichte, die Stoff für ein Drehbuch liefern könnte, erlebte Michael Gogl, Stadtbrandmeister von Germering und Kommandant der Stadtteil-Feuerwehr Unterpfaffenhofen: Vor etwa fünf Jahren befreite sein Einsatzteam eine junge Frau nach einem Verkehrsunfall aus ihrem Auto. Als Dank brachte sie einen Kuchen zur Wehr. „Das war kurz vor Heiligabend. Sie wollte außerdem 20 Euro spenden und hat sich sogar noch entschuldigt, dass sie sich nicht mehr leisten könne, denn sie habe eine kleine Tochter, die sie versorgen müsse.“

Die Feuerwehrleute freuten sich über den Kuchen, das Geld nahmen sie nicht an. Stattdessen gaben sie der Frau 100 Euro aus der Mannschaftskasse, damit sie ihrer Tochter etwas zu Weihnachten kaufen konnte. Seitdem kommt die Dame immer mal wieder vorbei, bringt Kuchen mit und schickt regelmäßig Fotos von ihrer Tochter. „Aus dem Einsatz ist eine richtige kleine Freundschaft hervorgegangen“, so Gogl.

„Wenn man die Info kriegt, dass alles gut verlaufen ist, verschafft das Erleichterung.“

Den Einsatzkräften genügt eigentlich schon ein kleines Danke, egal auf welche Weise dieses ankomme, sagt Michael Kleiber, Kommandant der Germeringer Feuerwehr. Dennis Reiter, Chef der Geiselbullacher Feuerwehr: „Solche positiven Stimmen zu hören zeigt dann doch immer wieder, dass es sich gelohnt hat, die ganze freie Zeit zu opfern, die man mit der Familie hätte verbringen können.“ Auch die Opfer hätten oft Familie.

„Man steckt emotional plötzlich viel tiefer in den einzelnen Schicksalen mit drin, wenn nach dem Einsatz jemand vorbei kommt, um sich zu bedanken und dabei seine persönliche Geschichte erzählt“, ergänzt Florian Volz, Kommandant der Grafrather Wehr. Oft erfahren die Kameraden erst durch den Kontakt mit Betroffenen, wie es nach einem Einsatz weiterging. „Wenn man da die Info kriegt, dass alles gut verlaufen ist, verschafft das schon eine Art Erleichterung.“

Einmal kam ein Unfallopfer – nach langem Krankenhausaufenthalt endlich wieder genesen – auf die Feuerwache in Grafrath, um sich zu bedanken. „Er hat ein Essen spendiert und eine Karte geschrieben, in der er seine Geschichte erzählt hat“, berichtet Kommandant Volz. Dem Mann sei klar geworden, dass er nicht nur der Feuerwehr, sondern der ganzen Rettungskette viel zu verdanken habe.

Klaus Hartmann, Leiter Rettungsdienst des BRK im Kreisverband Fürstenfeldbruck, erinnert sich besonders gut an den Brief eines Mannes, der vom Rettungsdienst reanimiert worden war. Gerichtet an seine „lieben Lebensretter“ schrieb der, was er aus Erzählungen von der Rettung erfahren hatte – und dass er den Einsatzkräften viel zu verdanken hat.

Gerade in großen Städten bedanken sich nur eine handvoll Leute bei ihren Rettern

Ein ganzes Jahr nach seiner Reanimation kam ein Mann zu einer Großveranstaltung der Moorenweiser Feuerwehr, um Dankesworte direkt an seine Helfer richten zu können. „Als er da völlig gesundet vor mir stand und sich bedankte, das war schon beeindruckend und ein sehr bewegender Moment“, erinnert sich Kommandant Christoph Gasteiger.

Solche Augenblicke sind der schönste Lohn der ehrenamtlichen Retter. „Wir machen das ja nicht, um Spendengelder zu sammeln oder sowas in der Art “, sagt Reiter. „Ein einfaches Dankeschön von Betroffenen oder Angehörigen nach dem Einsatz hat symbolisch viel mehr Wert als Geschenke“, meint Christian Huber von der Mammendorfer Feuerwehr.

Doch natürlich bedanken sich nicht alle bei ihren Rettern. Gerade in den größeren Städten sind es pro Jahr oft nur eine handvoll Leute. „Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, dass wir keine Berufsfeuerwehr sind“, vermutet der Brucker Stadtbrandmeister Manuel Mai.

Dem schließt sich Josef Gigl, Kommandant der Olchinger Feuerwehr, an: „Die Leute halten unsere Tätigkeit für unsere normale, alltägliche Arbeit, oder sogar für unsere Pflicht. Sie sehen unsere Hilfe als Selbstverständlichkeit an und wissen dabei gar nicht, dass wir freiwillig im Ehrenamt handeln.“

von Stephanie Mayer

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