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Wieder ein kirchlicher Kindergarten im Minus

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Puchheim - Als letzter der drei kirchlichen Kindergärten braucht nun auch die evangelische Einrichtung Arche Noah erstmalig eine Defizitübernahme durch die Gemeinde.

Damit werden die Aufwendungen für Kinderbetreuung noch einmal deutlich erhöht, denn von der Gemeinde sind nun statt 14 000 Euro, die ohnehin an Zuschuss fließen, 42 375 Euro zu bezahlen.

Das Defizit sei in den gestiegenen Personalkosten begründet, so Pfarrer Markus Ambrosy: „Die gesetzlich vorgegeben Rahmenbedingungen geben inzwischen keinen Spielraum mehr für kostendeckendes Wirtschaften.“ Hinzu komme die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt. Da die kirchlichen Einrichtungen ohnehin schon teurer sind, könne man aber auch die Elternbeiträge nicht erhöhen.

„Es werden immer mehr anspruchsvolle Aufgaben nach unten durchgereicht“, ärgerte sich Jean-Marie Leone (SPD). Es sei zu überlegen, ob die Kinderbetreuung weiterhin mit dem kirchlichen Auftrag verbunden werden muss, denn irgendwann könne es auch eine Kommune nicht mehr auffangen. „Es wäre bedauerlich, wären wir zu dem Schritt gezwungen, auf private Träger zuzugreifen“, sagte Thomas Hofschuster (CSU). Ein Weg, der ohnehin bereits beschritten wird. Hofschuster appellierte deshalb an die Kirchen, Verantwortung zu übernehmen.

Wolfgang Wuschig (UBP) betonte, dass die Kinderbetreuung eine Aufgabe ist, die die Kirchen freiwillig übernehmen. „Aber nicht ganz uneigennützig“, ergänzte Leone. Es sei eine der vornehmsten eigenen Aufgaben auch der Kirche, in Bildung zu investieren. „Ich vermisse da die Leidenschaft, sich zu engagieren“, ergänzte Hofschuster.

Es sei in der Tat eine gemeindliche Aufgabe, für Kinderbetreuungsplätze zu sorgen, aber auch eine Kommune muss Prioritäten setzen, meinte Bürgermeister Herbert Kränzlein (SPD). „Was wir hier mehr geben, muss dort weniger sein“, so Kränzlein. Nicht begeistert, aber einstimmig stimmte der Gemeinderat letztendlich einer 95-prozentigen Defizitübernahme für die nächsten drei Jahre zu. Komplett wird das Defizit nicht übernommen. (rgh)

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