Beispielfoto: dpa

Wilderer im Landkreis

Polizei auf der Spur der Vollmondbande

Landkreis – Nach den massiven Wilderei-Fällen in den Wäldern im Landkreis hat die Polizei zwei Wohnungen im Landkreis Dachau und Fürstenfeldbruck durchsucht. Im Fokus der Ermittler stehen zwei junge Deutsche.

In einer der Wohnungen fanden die Beamten eine Kühltruhe voller Wildfleisch. Außerdem entdeckten die Beamten einen Präzisionsbogen, sprich: Pfeil und Bogen. Schusswaffen fanden die Polizisten nicht. Allerdings entdeckten sie Jagdgeweihe. Nun müssen diverse Daten ausgewertet und Gutachten eingeholt werden, berichtete ein Sprecher der Polizei. Erkenntnisse erhoffen sich die Beamten unter anderem von einem Laptop – möglicherweise finden sich Unterlagen über den Verkauf von Wildfleisch. Die Ermittlungen dauern an.

Mitte Januar hatte sich die Polizei mit einem Suchaufruf an die Jägerschaft im Landkreis gewendet. Seit Monaten, so hieß es, machten Unbekannte gerade in Vollmondnächten Jagd auf Rehe, Wildschweine, Enten oder Fasane. Die Täter waren vor allem in den Wäldern südöstlich von Fürstenfeldbruck unterwegs, also am Parsberg, bei Germering und bei Puchheim. Der Kreis-Jagdverband bezeichnete diese Art der Wilderei als beispielloses Phänomen, das man so noch nicht erlebt habe.

Die Täter sollen das Wildfleisch verkauft haben. Ein ausgewachsenes Reh bringt auf dem Markt etwa 75 Euro. Teil des Problems: Gerade das Fleisch von Wildschweinen muss vor dem Verzehr genau geprüft werden, weil es Trichinen enthalten könnte, die Menschen sehr gefährlich werden können. Es gilt als äußerst fraglich, ob Wilderer solche Tests vor einem Verkauf durchführen.  st

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