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Stadtwerke

Windkraft-Zahlen: Jetzt spricht der Chef

Fürstenfeldbruck/Maisach – Die zuletzt von den Stadtwerken in Bezug auf die beiden Windräder genannten Zahlen haben für Wirbel gesorgt. Verbreitet der Geschäftsführer falsche Erfolgswerte?, fragten sich einige Brucker. Stadtwerke-Chef Enno W. Steffens klärt auf.

In der Tat gebe es im Zusammenhang mit der erwarteten Gesamtleistung der Windräder verschiedene Werte, sagte Steffens auf Tagblatt-Anfrage. Er habe Verständnis, dass diese unterschiedlichen Daten zu einem unklaren Bild führen könnten. Tatsächlich hätten die Stadtwerke immer wieder von einem erwarteten Ertrag je Rad und Jahr von sechs Millionen Kilowattstunden gesprochen. Diese Zahl beziehe sich auf erwartete Realwerte. Vereinfacht gesagt: Die sechs Millionen sind möglich und werden, wenn es gut läuft, wirklich erwartet, sind aber nicht kalkulationsrelevant.

Denn das andere seien die Zahlen, die der Wirtschaftlichkeitsberechnung zu Grunde liegen, so Steffens. Diese seien wesentlich konservativer, sprich vorsichtiger gewählt. Sie bezeichnen den Ertrag, den die Windräder unbedingt erbringen müssen, sollen sie wirtschaftlich sein. Beim Mammendorfer Rad liegt dieser Wert bei 5,38 Millionen Kilowattstunden, beim Malchinger bei 5,2.

Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Sachverhalte

Insofern seien weder die sechs Millionen Kilowattstunden ein falscher Wert noch die 5,2 beziehungsweise 5,3. Beide bezeichneten einfach andere Sachverhalte. Das eine den (wohl erfüllbaren) Wunsch, das andere das Muss.

Das Mammendorfer Rad habe übrigens nach genau 365 Tagen im Betrieb 5,9 Millionen Kilowattstunden erbracht – es liege also knapp unter dem Erwartungs-, aber deutlich über dem Kalkulationswert. Damit erfüllt es bisher die Wirtschaftlichkeitsanforderungen deutlich.

Dabei sei das Rad schon ans Netz gegangen, als noch Probebetrieb herrschte und es immer wieder abgeschaltet wurde. Wichtig ist Steffens auch die Aussage, dass die Angabe der versorgten Vier-Personen-Haushalte (je Rad 2000) ausschließlich auf Durchschnittswerten beruhe und damit notwendigerweise etwas unscharf ist. Der Wert sei zwar nicht beliebig gewählt, da es ja Daten dazu gebe. Aber er sei über den dicken Daumen gewählt.

Batcoder schon berücksichtigt

Der Batcorder übrigens hat mit dieser Diskussion nur mittelbar zu tun: Die geforderte Abschaltung der Räder in den Dämmerungsstunden zwischen Frühjahr und Herbst zur Fledermausbeobachtung sei im Kalkulationswert schon berücksichtigt. Die Messungen am Mammendorfer Rad würden derzeit ausgewertet. Damit bleibt im Moment noch unklar, wie viele Fledermäuse welcher Art – das erkennt der Batcorder auch – sich den Rädern genähert haben. Es wird an beiden Anlagen weiter gemessen. Je nach Ausgang könnte es sein, dass die Dämmerungs-Abschaltepflicht wieder wegfalle. Die Stadtwerke hofften natürlich, dass diese Optimierung möglich sein werde. Andererseits liege den Werken natürlich auch der Tierschutz am Herzen. (st)

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