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Erdabhub-Arbeiten beginnen

Erstes Windrad im Kreis Fürstenfeldbruck wird gebaut

Fürstenfeldbruck - Die Brucker Stadtwerke bauen vorerst nur ein Windrad im Landkreis. Die anderen beiden geplanten sollen folgen. Die Erdarbeiten für die Anlage in der Nähe der Freizeitanlage Mammendorfer beginnen am Donnerstag.

Obwohl die Verhandlungen noch nicht in trockenen Tüchern sind, beginnen heute die Arbeiten. Denn der Erdabhub muss bis 15. März beendet sein – aus Naturschutzgründen: Danach sind die Bodenbrüter aktiv. Zunächst wird die Fläche vermessen, dann rückt der Bagger an. Parallel sind Archäologen da, die prüfen, ob unter der Erde Bodendenkmäler verborgen sind. Falls ja, können diese in den nächsten Wochen dokumentiert werden.

Der weitere Ablauf: Das Fundament wird wohl im Mai gesetzt. Dann wird das 180 Meter hohe Windrad in zwei Teilen errichtet. „Spätestens am 31. Dezember drücken wir auf den roten Knopf und gehen ans Netz“, sagt der technische Bereichsleiter Franz Hochstatter. Die Drei-Megawatt-Anlage produziert rund sechs Millionen Kilowatt-Stunden Energie im Jahr und kann 1800 bis 2000 Haushalte versorgen.

Die Stadtwerke haben die Genehmigung für drei Windräder in der Tasche. Das Problem: Nur Anlagen, die bis Jahresende am Netz sind, werden nach dem alten EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) bezuschusst. Denn die Bundesregierung plant eine Gesetzesreform. Sogar für nur ein Windrad ist der Zeitplan der Brucker Energieversorger deshalb mehr als sportlich.

Ein weiterer Grund für die Abspeckung auf vorerst eine statt drei Anlagen ist die gescheiterte Genossenschaftsgründung. Bis die Bundesfinanzaufsicht ein anderes Beteiligungsmodell für Bürger genehmigen würde, würde zu viel Zeit vergehen.

„Das Risiko ist zu groß, alle Räder sind nicht in diesem Zeitrahmen realisierbar“, sagt Geschäftsführer Karl Heinz Schönenborn. Jetzt konzentriert sich das Unternehmen auf die Anlage bei Mammendorf. Sie ist am unkompliziertesten aufzustellten. Und: „Das Rad ist wirtschaftlich“, wie OB Sepp Kellerer (CSU) in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke betont. Neben der Abschreibung erwirtschafte man eine Rendite von drei bis vier Prozent.

Der Widerstand der Bevölkerung aus Aich und Puch habe diese Entscheidung nicht beeinflusst. „Wir haben immer versucht, die Bürger zu informieren“, sagt Kellerer, der die Sorgen der Menschen ernst nehmen will.

Für das erste Windrad schließen sich die Stadtwerke mit Bruck und Mammendorf zu einer Projektgesellschaft zusammen. Es sei aber eine Option, die Bürger noch im Nachhinein einzubinden – wenn feststeht, ob das Rad tatsächlich gebaut wird. Denn noch laufen die letzten Verhandlungen und die Teile für die Anlage müssen erst bestellt werden.

Grund für die Verzögerungen: Nach Auflagen des Landratsamtes bei der Genehmigung mussten neue Wirtschaftlichkeitsberechnungen gemacht werden. Das Rad muss etwa für ein Fledermaus-Monitorin in Frühling und Herbst stundenweise abgestellt werden. Auch das Aufnahmegerät koste einen fünfstelligen Betrag, berichtet Schönenborn.

Klar ist: Ein Investor könnte heuer wohl alle drei Räder realisieren. „Aber das wollen wir nicht.“ Kellerer hält an dem Vorhaben fest, die Bürger finanziell einzubinden. Beim ersten Rad klappt das definitiv nicht von Anfang an. Denn es brauche zehn bis zwölf Wochen, um einen Prospekt mit Detailinfos zum Rad zu erstellen. Erst wenn der genehmigt ist, darf man Geld bei den Bürgern sammeln. Sollten die anderen beiden Räder auch mit dem neuen EEG wirtschaftlich sein, wolle man das Modell anwenden, betont der OB. Denn er ist überzeugt: Auch wenn die Einspeisevergütung sinkt, könnten Anlagen günstiger oder effektiver werden und die Windkraft weiter attraktiv machen.

Ingrid Zeilinger

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