+
Pastorin Sabine Huber und Pfarrer Wolfgang Huber weihten das Windrad ein. Der Segen, so Wolfgang Huber, gilt den Menschen, die mit dem Rad zu tun haben.

Mit dem Segen der Kirche

Das Mammendorfer Windrad ist eingeweiht

Mammendorf - Das Windrad drehte sich munter und auch unten am Boden pfiff es gehörig: Am Donnerstag Vormittag wurde das Mammendorfer Windrad offiziell eingeweiht.

Im extra neben dem Rad aufgestellten Zelt mit Bewirtung war es allerdings nicht der Wind, der die Rede des Geschäftsführers der Stadtwerke Fürstenfeldbruck unterbrach, sondern Geläch-ter und schließlich Applaus. Enno W. Steffens hatte daran erinnert, dass während der Bauphase „pilgerartige Menschenmassen“ zum Windrad gekommen seien, und musste prompt eine Redepause einlegen, weil das ganze Zelt lachte und klatschte.

Die Pilgermassen waren natürlich eine Anspielung auf den Herrenweg bei Puch, der dem Verwaltungsgericht als Argument gedient hatte, die dort geplante weitere Windkraftanlage zu kippen. Man müsste mal nachzählen, ob zum Mammendorfer Rad nicht mehr Menschen pilgerten als auf dem Herrenweg, ergänzte Landrat Karmasin, und Mammendorfs Bürgermeister Heckl betonte: „Ich bin sicher, dass sich unsere Anlage über ein oder zwei Geschwister freuen würde.“ Trotz der fröhlichen Stimmung im Zelt sprach Karmasin auch mahnende Worte: „Das Rad ist ein großer Schritt für die Stadtwerke, aber ein kleiner Schritt für die Energiewende.“ Bei der Asyl-Problematik wie auch bei der Energiewende zeige sich, dass man die moderne „Ja, aber-Gesellschaft“, die allem im Prinzip zustimmt und vor der Haustüre alles verhindert, überwinden müsse. Karmasin: „Die Germanen und Kelten mussten sich auch an Kirchtürme gewöhnen, als sie christianisiert worden waren.“

Glaubt man den Worten von Günter Beermann, hilft ein wie auch immer gearteter Gewöhnungseffekt der Energiewende aber auch nichts mehr. Der Vorsitzende des Landesverbands WindEnergie betonte, dass mit Seehofers 10-H-Regel der zunächst von der Regierung selbst angestoßene Windkraft-Boom ein jähes Ende gefunden habe und dass der Energiewende weiteres Ungemach von der Umgestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes drohe. Ohne Umdenken der Politik, die derzeit nur den vier großen Energiekonzernen den Weg bereite, werde die Wende nicht gelingen, sagte Günter Beermann. Einen Gruß an die Nachbarn richtete schließlich noch eine Mammendorfer Gemeinderätin: „Produzierst Du schon oder protestierst Du noch." (st)

Auch interessant

Kommentare