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Burschen-Gruppenbild mit Damen: Die Frauen durften nur deshalb mit aufs Foto, weil sie bei der Vorbereitung der Hallenparty viel mitgeholfen haben. Zum 25-Jährigen extra angeschafft wurden die grünen Westen. Die Männer ohne Weste waren aktive Mitglieder und werden nach ihrer Heirat jetzt als Passive geführt.  

Kottgeiseringer Burschen feiern 25-Jähriges

Kottgeisering - Im Winter vor 25 Jahren haben sich die Burschen von Kottgeisering zu einem Verein zusammengeschlossen. Weil das Feiern aber im Sommer mehr Spaß macht, beschenken sie sich selbst und ziehen ihre Geburtstagsparty vor.

Burschenvereine waren schon immer eine gesellschaftliche Instanz im Landkreis. Denn gefeiert wird gerne, und wenn das Fest von einem ordentlichen Verein mit Satzung und Vorstand ausgerichtet wird, hat das gleich einen ganz anderen Stellenwert. Die jungen Männer Kottgeiserings durften da nicht fehlen – und so gründete der damalige Junglandwirt Erich Klas mit zwölf anderen jungen Männern den Burschenverein Kottgeisering.

Die Gründungsversammlung fand am 1. Dezember 1991 im legendären Kegelstüberl „beim Pitt“ statt. Franz Käser, Vorstand des Malchinger Burschenvereins, leistete Geburtshilfe und überzeugte die Kottgeiseringer von der Notwendigkeit, den Verein auch im Vereinsregister eintragen zu lassen.

Die Mitgliedschaft steht allen Burschen ab dem 16. Lebensjahr offen. Neben vielen vereinsinternen Festen und Feierlichkeiten, etwa dem weihnachtlichen Weißwurstfrühstück, nimmt der Verein auch an sogenannten Burschenvergleichen teil, zuletzt in Dünzelbach.

„Zum 20-Jährigen haben wir selber einen Vergleich veranstaltet“, berichtet der jetzige Vorsitzende Sebastian Lacher aus den Annalen. Die Disziplinen waren Masskrugstemmen, Wettsägen, Wettnageln und Stoalupfa, das im Mannschafts- und Einzelwettkampf stattfand.

Aus dem Dorfleben ist der Verein nicht mehr wegzudenken. Regelmäßig bieten die Burschen eine Aktion im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde, beim jährlichen Dorffest schmeißen sie die Bar, organisieren das Osterfeuer und bewachen den Maibaum in der Freinacht vor der Aufstellung. Natürlich waren sie auch dabei, als es in Kottgeisering noch Faschingsumzüge gab. „Zur Tradition könnte der Herbst-Ausflug nach Meran werden, wo wir schon zweimal waren“, sagt Lacher.

Aus den anfänglich 13 Mitgliedern sind mittlerweile 58 Aktive und 21 Passive geworden. Die Unterscheidung wurde erst vor vier Jahren eingeführt. „Wir wollten verhindern, dass Burschen mit ihrer Hochzeit satzungsgemäß automatisch vom Verein ausgeschlossen werden müssen“, erklärt der Vorsitzende. Als Passive können sie überall dabei sein, müssen aber auf das aktive und passive Wahlrecht verzichten.

Ihr Vierteljahrhundert wollen die Burschen am Samstag, 3. September, feiern – „weil es schon lange keine Party mehr gab“. Los geht’s für die Dorfbewohner um 17 Uhr mit einem Grillfest am Stadel gegenüber dem Sportlerheim. Während da noch zünftig die Blasmusik spielt, dreht die „Live Rock Band km/h“ ab 20 Uhr zur Party bei Barbetrieb voll auf. Für Auswärtige wird eine Haltestelle des Anruf-Sammeltaxis eingerichtet.

Max-Joseph Konenbitter

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