Idylle pur: Das Ampermoos könnte ein wesentlicher Bestandteil des Naturparks Fünfseenland werden. Eine Initiative aus Weßling wirbt seit Jahren für die Idee. Das Bild zeigt das Moos, im Hintergrund sind die Grafrather Graf-Rasso-Kirche und der Kirchturm von Maria-Himmelfahrt zu sehen. Foto: mjk

Wird das Ampermoos zum Naturpark?

Landkreis - Das Fünfseenland soll zum Naturpark werden. Dieses Ziel verfolgt ein Verein mit Sitz in Weßling. Bei Gemeinden, Verbänden und der Landwirtschaft wirbt er emsig für die Idee.

Kerngebiet wäre die Gegend zwischen Ammer- und Starnberger See im Landkreis Starnberg. Vor allem durch das Naturschutzgebiet Ampermoos nördlich des Ammersees bis Grafrath könnte aber auch der Landkreis Fürstenfeldbruck einen wichtigen Flecken auf der Gebietskarte des neuen Naturparks darstellen.

„Das Prädikat Naturpark ist eine Auszeichnung und ein Qualitätsmerkmal für die Region und dient als Vorbild-Landschaft“, so Siegfried Kistler, Sprecher der Naturpark-Initiative. Dieses Image steigert die ideelle Wertschätzung der Bevölkerung für ihre Region und deren Besucher und ermutigt zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Kulturlandschaft. Umfassende Natur- und Landschaftsschutzgebiete sind der Kern jeden Naturparks, die damit harmonierende Erholungseignung des großräumigen Gebiets ist eine weitere, wesentliche Voraussetzung. Durch Öffentlichkeitsarbeit steigt die Attraktion des Gebiets, das Mehr an Tourismus soll durch geeignete Einrichtungen naturverträglich gesteuert werden.

Genau daran wäre es auch dem Gebietsbetreuer des Ampermooses, Christian Niederbichler gelegen: „Die Artenfülle in unserem hochwertigen Landschaftsraum im Fünfseenland fällt Auswärtigen immer wieder auf, aber wir bräuchten dringend ein Besucherzentrum als Anlaufstelle“, so Niederbichler, der jährlich eine Vielzahl an Besuchergruppen durch das Moos führt. Seine Gebietsbetreuer-Kollegen in anderen Regionen seien vielfach an Naturparks angeschlossen und hätten personell und infrastrukturell weit bessere Möglichkeiten, ihre Kulturlandschaft zu erklären.

Auch der örtliche Fremdenverkehr wäre an der Wertsteigerung durch das Naturpark-Label interessiert - weniger für die Tagesausflügler an den sowieso schon überfüllten Seen, als vielmehr für Feriengäste mit längerer Verweildauer.

„Genauso wie der Naturpark keinen reinen Wirtschaftsmotor darstellt, ist er auch kein Naturschutzpark oder gar Nationalpark“, erklärt Siegfried Kistler. Es werde weder die kommunale Souveränität in der Bauleitplanung beschnitten noch werden weitere Schutzgebiete ausgewiesen. Vorbehalte der Landwirte, die derzeit die größten Gegner der Initiative sind, seien grundlos, weil es weder Bewirtschaftungsauflagen noch über die vorhandenen Schutzgebietsverordnung hinausgehende Verbote und damit auch keinen Wertverlust ihrer Äcker gebe.

Einen wesentlichen Vorteil sieht der Weßlinger durch die Vernetzung über die Landkreisgrenzen hinweg. Weil neben Starnberg und Bruck auch die Landkreise Landsberg am Lech, Weilheim, München und Bad Tölz im Gebietsumgriff wären, könnten Projekte wie ein geschlossener Radlweg um die Seen leichter realisiert werden.

Für das südliche Oberbayern wäre der Naturpark Fünfseenland beinahe der erste gewesen - die Ammergauer waren jedoch schneller. Der erste Schritt für die zu einem Trägerverein zusammengeschlossenen Mitgliedsgemeinden wäre, einen Pflege- und Entwicklungsplan zu beauftragen. Mit diesem soll ein auf die Eigenart und Bedürfnisse seiner Bewohner zugeschnittenes Maßnahmenkonzept entwickelt und die nachhaltige Entwicklung des Fünfseenlandes sichergestellt werden.

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