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Der Sieger des Architektenwettbewerbs. Knapp 14,5 Millionen sind für das neue Rathaus im Haushalt vorgesehen. 

14,5 Millionen Euro im Haushalt

Wird das Rathaus ein Gröbenbach-Palast?

Gröbenzell - Knapp 14,5 Millionen Euro sind für das neue Gröbenzeller Rathaus im Haushalt vorgesehen – deutlich mehr als anfangs geplant. Manche Gemeinderäte sprachen gar von einem Gröbenbach-Palast.

Die Haushaltsberatungen für das laufende Jahr haben begonnen. Vor allem die eingestellten Kosten für den Neubau des Rathauses wurden hitzig im Gemeinderat diskutiert. Das Vorhaben ist im Investitionsprogramm nämlich mit knapp 14,5 Millionen Euro verzeichnet – vier Millionen mehr als ursprünglich angesetzt.

Kritik kam vor allem von der CSU. Denn noch im Sommer 2015 habe es bei der Entscheidung, ob das Rathaus saniert oder neu gebaut werden soll, geheißen, ein Neubau werde 10,5 Millionen Euro kosten, monierte Paul Biegholdt (CSU). Und jetzt tauche nebenbei im Haushalt diese hohe Summe auf.

„Wo kommen die vier Millionen her?“, wollte sein Fraktionskollege Anton Kammerl wissen. Er hatte Bauchweh, dass es bei dieser Summe nicht bleiben wird, „dass es noch viel mehr wird“. Deshalb stellte er in den Raum, das jetzige Architekturbüro aus seinem Auftrag zu entlassen, sollte das Rathaus zu einem Gröbenbach-Palast werden. „Ich will die Möglichkeit haben, nein zu sagen.“

Thomas Breitenfellner (CSU) blies ins gleiche Horn. Er sprach von einer „Gröbenbachphilharmonie“ und äußerte die Erwartung, dass es „keinen Cent günstiger werden wird“.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) versuchte zu beruhigen. „Die Zahl ist eine Schätzung“, betonte er. Vom Architekten sei noch keine Summe genannt worden. Erst wenn der Vorentwurf vorliege, könnten auch genaue Projektkosten präsentiert werden, ergänzte Bauamtsleiter Günter Pauly und betonte: „Wir diskutieren im luftleeren Raum.“

Pauly stellte zudem klar, dass die 10,5 Millionen aus einer Zeit stammen, zu der das jetzige Raumprogramm noch nicht feststand. „Das ist der Fluch der ersten Zahl.“ Die Angabe sei eine Prognose gewesen, es war doch klar, „das ist nicht die reelle Zahl die rauskommt“, ergänzte Axel von Walter (SPD).

Der Rathausneubau ist zwar die größte, aber nicht die einzige Investition in die Zukunft der Gemeinde. „In den kommenden Jahren werden wir 36 Millionen Euro investieren“, erläuterte Schäfer. Folgendes ist geplant: Die Ährenfeldschule wird zur Ganztagsschule umgerüstet, die Bahnhof- und die Kirchenstraße sollen ausgebaut werden, in der Gröbenbachschule wird der Pausenhof saniert und vergrößert. Zudem werden bisher nicht renovierte Räume saniert.

Im Kastanienweg soll ein neuer Spielplatz entstehen. Das Dach der Wildmooshalle muss saniert werden, ebenso die Flutlichtanlage am Außensportgelände. Die Feuerwehr und der Betriebshof erhalten neue Fahrzeuge, das Polizeigebäude und die Bodenplatte der Tiefgarage in der Rathausstraße müssen saniert werden.

Darüber hinaus hat die Kämmerei vorgeschlagen, den gemeindlichen Kindergarten Wichtelhaus neu zu bauen. Denn dieser ist seit über 20 Jahren als Provisorium auf drei Stockwerke im Freizeitheim verteilt. Geschätzt rund 3,7 Millionen Euro wird das Vorhaben kosten. Vom Gremium kam kein Widerspruch. Zu einem möglichen Standort aber waren die Meinungen unterschiedlich. Während Peter Falk (SPD) sich eine solche Einrichtung S-Bahn nah in der Bahnhofstraße vorstellen konnte, zog die Referentin für Schulen und Kindereinrichtungen, Anita Rieger (CSU), ein gemeindliches Grundstück im Kastanienweg vor.

Für einen Aus-, Um- oder Neubau der Aussegnungshalle auf dem Friedhof steht erst für 2019 eine größere Summe bereit. Brigitte Böttger (CSU), die, wie auch der Seniorenbeirat, immer wieder die Halle als zu klein anprangert, sagte dazu: „Die Peinlichkeit am Friedhof geht weiter.“

Von Susanne Schwind

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