Aus dem Gericht

Wirt versucht, Polizisten wegen drohender Anzeige zu bestechen

Bestechung wurde einem Wirt (36) am Brucker Amtsgericht vorgeworfen. Er soll zwei Polizisten in sein Lokal eingeladen haben. Die Beamten sollten dafür die Anzeige gegen ihn fallen lassen.

Westlicher Landkreis Bestechung wurde einem Wirt (36) aus dem westlichen Landkreis am Brucker Amtsgericht vorgeworfen. Im Juni vergangenen Jahres soll er zwei Polizisten zu Essen und Trinken im Wert von 100 Euro eingeladen haben. Im Gegenzug sollten die Beamten die Anzeige gegen ihn fallen lassen.

Mit Handy am Ohr und ohne Sicherheitsgurt hatten die Polizisten nach eigenen Worten den aus Georgien stammenden Wirt am Abend des 30. Juni 2016 hinter dem Steuer seines Autos erwischt. Eine Diskussion zwischen ihm und den Beamten entbrannte – soweit dies aufgrund der nur geringen Deutschkenntnisse des Mannes möglich war. „Kommt in mein Lokal, esst und trinkt für 100 Euro und macht keine Anzeige“, das habe der Wirt sinngemäß zu den Polizisten gesagt, erinnerte sich ein Beamter bei der Verhandlung.

Der Wirt gab zu, die Beamten eingeladen zu haben

Mithilfe eines Dolmetschers bestritt der Angeklagte vor Gericht, den Sicherheitsgurt nicht angelegt zu haben. Er räumte jedoch ein das Handy benutzt und die Polizisten in sein Lokal eingeladen zu haben, wo gerade ein Geburtstag gefeiert wurde. „Er hat nicht erwartet, dass seine Einladung zum Essen als Gegenleistung aufgefasst wird“, erklärte der Verteidiger des Wirts. Und ein Freund des Angeklagten sagte: „Bei uns ist es normal, Leute einzuladen, wenn ein Geburtstag gefeiert wird. Das war nicht wegen der Anzeige.“ Der 36-Jährige selbst fügte hinzu, dass er dem Bürgermeister, wenn er in seinem Lokal zu Gast sei, einen Ouzo ausgebe, und das sei keine Bestechung.

Die Polizisten erinnerten sich unterschiedlich daran, zu welchen Zeitpunkt sie an dem Abend eingeladen worden waren. Einer der Beamten hatte ausgesagt, sie seien erst eingeladen worden, als die Höhe des Bußgelds, rund 100 Euro, schon bekannt gewesen sei. Der andere sagte, es sei geschehen, bevor von der Summe geredet worden sei. Der Verteidiger plädierte daher für einen Freispruch seines Mandanten.

Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 2800 Euro verurteilt

Die Staatsanwältin und der Richter hatten aber keinerlei Zweifel an den Aussagen der Polizisten. Der Richter verurteilte den Wirt schließlich zu einer Geldstrafe von 2800 Euro (70 Tagessätze à 40 Euro). Er war aber auch überzeugt davon, dass es sich um einen minder schweren Fall der Bestechung handle, denn die Summe mit der der Wirt bestechen wollte, sei lediglich gering gewesen.

sus

Rubriklistenbild: © dpa

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