Einmal ohne, einmal mit: Die rechte Darstellung zeigt den geplanten Neubau mit dem umstrittenen Mauervorsprung (Bildmitte), das linke Bild die von der Gemeinderatsmehrheit gewünschte Version ohne Wandscheibe. Am rechten Rand der Bilder ist jeweils das Rathausgebäude zu erkennen. Grafiken: tb

Wohn- und Geschäftshaus-Neubau im Ortszentrum abgesegnet - aber ohne Mauer

Eichenau - Das geplante Wohn- und Geschäftshaus auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände im Ortszentrum kann gebaut werden.

Der Gemeinderat segnete jetzt das Projekt an der Emmeringer Straße in direkter Nachbarschaft zum Rathaus ab. Allerdings ohne eine vom Bauwerber gewünschte Mauer, die den Außenbereich der dort vorgesehenen Gaststätte im Erdgeschoss von der restlichen Bebauung hätte abtrennen sollen.

Einer der Kritikpunkte der Gemeinderatsmitglieder war, dass diese vier Meter hohe und fünf Meter lange so genannte Wandscheibe Rathausvorhof und Ratshauswiese zu sehr voneinander abtrennt. Zweite Bürgermeisterin Gabriele Riehl (SPD) kritisierte zudem die 50 Zentimeter Lücke zwischen dem Ende der Mauer und der Rathaus-Nordseite.

Selbst Bürgermeister Hubert Jung (CSU) konnte sich nicht mit dem Plan anfreunden. „Es fehlt die Offenheit“, sagte er. Sein Amtsvorgänger Sebastian Niedermeier (FWE) fand deutlichere Worte. Jeder Bereich wirke total verstellt. „Ich find’s furchtbar“, laute Niedermeiers vernichtendes Fazit. Mit der Höhe der Mauer hatten Dirk Flechsig und Marille Musolff (beide CSU) Probleme. Die Kulturreferentin äußerte ihr Unbehagen: „Ich würde mich eingesperrt fühlen.“

Lediglich Bau- und Planungsreferent Michael Gumtau (SPD) sprach von der Wandscheibe als einer gelungenen und sinnvollen Lösung. Die optische Trennung von Vorhof und Wiese sei gelungen. Nur über die Farbgestaltung wollte er diskutieren.

Dieter Felser von der Baufirma Wohnkonzept Zukunft zeigte sich von der Intensivität der Diskussion überrascht. In jeder Planungsphase sei die Wand auf den Entwürfen zu sehen und auch Bestandteil bei der Genehmigung der grundsätzlichen Planung gewesen. Laut Felser war die Mauer als Lärmschutz gedacht. Zudem sei stets ein Hofcharakter hin zum Rathausvorplatz gefordert worden. Auch diesen Wunsch habe man mit der Mauer erfüllen wollen. „So etwas geht halt nicht offen“, sagte Felser. Das Tor in der Wandscheibe habe außerdem einen gewissen psychologischen Effekt. „Wenn man durch ein Tor in ein Areal geführt wird, geht man da unbefangener rein.“

Mit dem Beginn der Arbeiten ist laut Bauverwaltung heuer im Frühjahr zu rechnen. Ein erstes Anzeichen dafür, dass es schon bald los geht, ist der bereits fast vollständig erfolgte Abriss des alten Gebäudes. Bauamtsleiter Andreas Troltsch kommentierte diesen knapp 50 000 Euro teuren Akt so: „Das alte Feuerwehrgerätehaus liegt darnieder.“ (hk)

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