Athletin aus Bruck

Ihr Ziel ist die Rad-WM in Katar

Fürstenfeldbruck/Erfurt – Für den Radsport gibt Corinna Lechner alles. Die gebürtige Bruckerin ist eine der erfolgreichsten Straßenradrennfahrerinnen Deutschlands. Und das mit erst 21 Jahren.

Seit drei Jahren wohnt Corinna Lechner in Erfurt, wo sie in der Sportfördergruppe der Thüringer Polizei parallel zum täglichen Training eine Ausbildung zur Polizistin absolviert. „Die Ausbildung findet primär im Winter statt, damit ich mich im Sommer auf den Sport konzentrieren kann“, schildert Lechner.

Dabei wohnt sie im Haus der Athleten mit Gleichgesinnten zusammen und fühlt sich pudelwohl. Bis zu 140 Kilometer strampelt sie täglich durch Thüringen oder manchmal auch bis nach Franken. Einmal die Woche geht es dann auch noch zusätzlich in den Kraftraum des dortigen Olympiastützpunktes, wo sie mit den Junioren der Herren gemeinsam trainiert.

Zurzeit steckt Lechner mitten in der Vorbereitung der Deutschen Meisterschaft, die Ende Juni in ihrer Wahlheimat Erfurt stattfindet. Jedoch hat sie auch noch ein ganz anderes Ereignis in diesem Jahr im Hinterkopf: „Gerade ziehe ich ein Praktikum vor, damit ich im Oktober an der WM in Katar teilnehmen kann und trotzdem meine Ausbildung zur Polizistin dieses Jahr abschließen kann.“

Mama Sabine Lechner aus Mammendorf kann bei so viel Willensstärke und Disziplin nur staunen: „Von mir hat sie das nicht. Ich war ohnehin noch nie so eine große Sportlerin. Der Radsport ist einfach ihr Herzblut, sie hat wahnsinnig viel Freude daran.“ Dabei war für Corinna als junges Mädchen zunächst der Reitsport viel angesagter. Zum Radsport kam sie mit 13 Jahren, als Papa Johann ihren zwei Jahre älteren Bruder Sebastian mit zum Training des KSC Puch nahm.

„Da wollte ich als kleine Schwester natürlich nicht zurückstehen“, schmunzelt Lechner über ihre Anfänge auf dem Drahtesel. „Sie hatte schon am Anfang Erfolg, von dem sie nochmal gepusht wurde. Aber das passt auch gut zu ihr als Löwe“, berichtet die 48-jährige Mutter und Hobby-Astrologin. Denn bald folgte die Nominierung zunächst in den Bayernkader und dann auch in den Nationalkader.

Nach dem Abitur am Graf-Rasso-Gymnasium hatte sie die Möglichkeit zur Bundespolizei zu gehen, entschied sich dann aber für Erfurt. „Der Bund wollte, dass ich Bahnradsport mache und nicht Straßenrennrad. Aus dem Grund bin ich nach Thüringen.“ Das Erfolgsrezept ist für Mutter Sabine schnell ausgemacht: „Corinna ist unheimlich ehrgeizig. Sie bringt ihre Ausbildung und den Sport unter einen Hut und ihr Trainingsplan mit strengem Ernährungsplan wird strikt eingehalten, auch wenn sie bei mir zu Besuch ist.“

Deshalb können sich die Erfolge sehen lassen: Im Juniorenbereich wurde sie Deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren und machte den 8. Platz bei der Weltmeisterschaft in den USA. Letztes Jahr erreichte sie bei Einzelzeitfahren der Damen den dritten Platz bei der Europameisterschaft in Estland und in der Sprintwertung der Vuelta in Madrid sogar den zweiten Platz.

Am Radsport gefällt der Alt-Bruckerin besonders die Nähe zur Natur und das ständige Ausreizen der Belastungsgrenze. Außerdem kommt sie dadurch sehr weit in der Welt herum. Für andere Hobbys bleibt da kaum Zeit. Und auch nach Hause schafft sie es nicht mehr so oft: „Ich versuche, einmal im Monat nach Fürstenfeldbruck zu kommen. Das gelingt mir aber leider nicht immer.“ (Jakob Nieß)

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