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Noch ist das Züblin-Gelände eine Brache. Doch bald soll es bebaut werden. 

Nach jahrelanger Diskussion

Züblin-Areal: Vier Millionen für Wohnbau

Viele Jahre wurde immer wieder darüber diskutiert, nun hat der Gemeinderat Nägel mit Köpfen gemacht: Auf dem Züblin-Zwickel sollen Wohnungen gebaut werden. Dafür muss die Gemeinde Schulden aufnehmen.

Gröbenzell – Der Beschluss fiel mit 18:5 Stimmen. Eine der Gegenstimmen kam von Bürgermeister Martin Schäfer (UWG). Vier Millionen Euro wurden für das Vorhaben in den Haushalt eingestellt, zwei für dieses, weitere zwei für das kommende Jahr. Martin Runge (Grüne) hatte das beantragt.

Das Bauvorhaben soll entweder unter gemeindlicher Regie oder mit Hilfe eines Generalunternehmers umgesetzt werden. Entstehen sollen bis zu 24 Wohnungen, Ein- bis Vierzimmerwohnungen in bis zu drei Gebäuden. Etwa die Hälfte der Wohnungen soll nach den Richtlinien des Wohnungspaktes Bayern gebaut werden und an einkommensschwache Bürger sowie anerkannte Flüchtlinge vermietet werden. Die Belegung soll durch die Gemeinde erfolgen. Gröbenzell erhält dabei einen Investitionszuschuss in Höhe von 30 Prozent der Gesamtkosten. 60 Prozent der Kosten werden über zinsverbilligte Darlehen finanziert.

Die andere Hälfte der Wohnungen soll so finanziert werden, dass diese auch an Personen vermietet werden können, deren Einkommen über den Grenzen der sozialen Wohnraumförderung liegt. Davon könnten etwa Mitarbeiter der Gemeinde, Erzieherinnen, aber auch Mitarbeiter des Sozialdienstes profitieren. Denn auch dieser Personenkreis hat Schwierigkeiten, die Mieten in Gröbenzell zu bezahlen. Winfried Bauer, Vorsitzender des ökumenischen Sozialdienstes, hatte daher erst kürzlich in einer Gemeinderatssitzung dringend den Bau von preisgünstigen Wohnungen gefordert.

Peter Falk (SPD) war sichtlich erfreut, dass nun auf dem Grundstück an der Lena-Christ-Straße endlich etwas gebaut werden soll. Denn: „Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sind immer drängender.“ Zudem solle ein solch wertvolles Grundstück nicht brach liegen.

Dass die Gemeinde Schulden aufnehmen muss, beeindruckte ihn als Finanzreferenten nicht. Denn dies seien, durch die Mieteinnahmen, die erzielt werden können, rentierliche Schulden.

Auch Brigitte Böttger (CSU) begrüßte es, dass das Züblin-Areal nun endlich bebaut wird: „Dass ich das noch erleben darf“, freute sie sich.

Doch so mancher Gemeinderat hatte auch Bauchweh. „So gerne ich sozialen Wohnungsbau hätte“, sagte Marianne Kaunzinger (UWG). Sie hat Bedenken, dass die Gemeinde sich zu viele Projekte auflädt. Runge überzeugte das aber nicht. Im Rathaus gebe es noch Optimierungsmöglichkeiten, hielt er entgegen.

Bürgermeister Schäfer aber machte klar: „Wenn wir mehr Projekte machen, müssen wir uns bewusst sein, dass es länger dauert.“ Er erinnerte daran, dass auch an anderer Stelle in der Gemeinde preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden könnte, nämlich in der Bahnhofstraße. Doch Runge entgegnete, dass für das gemeindliche Züblin-Grundstück bereits ein Bebauungsplan existiere. Für die Flächen in der Bahnhofstraße dagegen nicht.

Susanne Schwind

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