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Das Zentrum des Dorfes: Dieses Foto zeigt das Schulhaus im Jahr 1959.

Über 100 Bürger bei Infoveranstaltung

Zukunft der alten Schule bewegt Hörbacher

Die Hörbacher hängen an ihrem alten Schulhaus. Weit über 100 Bürger kamen zu einer Infoveranstaltung, um mehr über die Zukunft des Gebäudes zu erfahren.

HörbachDie Angst, das Gebäude im Althegnenberger Ortsteil könnte verkauft und abgerissen werden, hatte die Hörbacher her getrieben. Toni Drexler, Hörbacher Urgestein und Kreisheimatpfleger, hatte mit einigen Mitstreitern, darunter die SPD-Gemeinderatsmitglieder Marianne Dunkel und Klaus Kinader, die Veranstaltung organisiert. Adelshofens Bürgermeister Michael Raith moderierte den Abend. Er sagte, in seiner Gemeinde gebe es ähnliche Probleme: „Sanierungsbedürftige, historische Gebäude und kleine Feuerwehrhäuser.“ Nachdem Drexler seine Fotos – die Spanne reichte von 1908 bis heute – präsentiert hatte, schloss er mit den Worten: „Das Herz Hörbachs verkauft man nicht.“

Dunkel nannte die Entscheidung über die Zukunft des Schulhauses „ortsprägend“. Sie legte Zahlen auf den Tisch, was die Sanierung kosten würde: 633 000 Euro. Würde die Hörbacher Feuerwehr dort einziehen, kämen noch einmal 150 000 Euro dazu für Fundament und Garage für das Löschfahrzeug.

Denn die Hörbacher Wehr braucht ein neues Zuhause. Ein Neubau – eine Planung sieht ein 25 Meter langes und zehn Meter hohes Gebäude vor – würde eine gute Million Euro kosten. Laut Schätzung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf eher 1,5 Millionen Euro.

Viele sind besorgt, dass das Schulhaus samt Grundstück verkauft wird und ein neuer Besitzer das Gebäude abreißen könnte. Denn unter Denkmalschutz steht es nicht. „Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde und darf nicht finanziert werden durch den Verkauf dieses Hauses“, forderte Dunkel. Man müsse eine gute Lösung für die Feuerwehr finden. „Aber am richtigen Standort.“ Die Gemeinde müsse ihre Hausaufgaben machen.

Toni Drexler: „Es war ein fruchtbarer Austausch.“

Nach einer knappen Stunde stieg man in die Diskussion ein. Der zur Veranstaltung geladene Althegnenberger Bürgermeister Paul Dosch erinnerte daran, dass es nicht unproblematisch sei, wenn die Feuerwehr im alten Schulhaus untergebracht würde: „Man kann nur von einer Seite reinfahren.“ Auf diese Problematik habe auch Kreisbrandrat Hubert Stefan hingewiesen. Zudem stünden in Hörbach jetzt andere große und auch teure Projekte an – wie der Ausbau der Straße, die Oberflächenentwässerung und der Brückenneubau.

Die Pläne für einen Neubau seien schon fertig, erklärte Gemeinderatsmitglied Peter Neubauer (Dorfgemeinschaft Hörbach). „Aber die sind noch im Verborgenen.“ Mit dieser Aussage zog er den Unmut vieler Zuhörer auf sich. Man dürfe so etwas nicht im stillen Kämmerlein planen, lautete ein Vorwurf.

Wie erwartet, kam auch die Idee wieder ins Spiel, die beiden Feuerwehren zusammenzulegen. Während Althegnenbergs Kommandant Robin Pradel hierfür in Abstimmung mit seiner Wehr sein Einverständnis erklärte, musste sein Hörbacher Pendant Florian Bernhard bekannt geben, dass von seiner Mannschaft „80 Prozent nicht nach Althegnenberg rüber wollen“. Man sei aber deswegen nicht für den Verkauf des Schulhauses. „Bei Einsätzen klappt die Zusammenarbeit super, bei gemeinsamen Übungen nicht“, ergänzte Gemeinderatsmitglied Ludwig Neuner (SPD). Dabei sei das beim Musikverein und beim Fußball auch kein Problem.

Nachdem die Diskussion zu sehr in Richtung Feuerwehr abgeschwenkt war, erinnerte Zuhörer Josef Britzelmair daran, warum man sich heute eigentlich getroffen habe. „Ein Verkauf steht uns einfach nicht zu“, betonte Gemeinderatsmitglied Norbert Scholz (CSU). Das sei man den Vorfahren schuldig. „Außerdem ist die Gemeinde nicht so abgebrannt, dass man es verkaufen muss.“ Die aus einigen Ecken zu hörende Forderung nach einer Abstimmung pro Erhalt per Hand wurde lautstark abgeschmettert.

Abschließend meinte Raith: „Jeder will nur das Beste für Althegnenberg und Hörbach. Mein Rat: Zusammensetzen und reden – und dann eine gute Lösung finden.“ Auch Initiator Drexler fand: „Es war ein fruchtbarer Ideen-Austausch.“ Er hoffe, dass der Gemeinderat einiges für die künftige Entscheidung mitnehme.

von Stephanie Hartl

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