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Der RMB 875 ist in etwa so groß wie ein MVV-Kleinbus. Unternehmer Mike Ebert würde ihn gerne zulassen, um ihn verkaufen zu können. Doch so richtig zuständig hat sich bislang niemand gefühlt – bislang

Nach Tagblatt-Recherche tut sich was

Die Zulassungs-Odyssee eines Edel-Mobils

Fürstenfeldbruck - Fünfmal hin und wieder zurück: Einen Campingbus zuzulassen ist in Bruck nicht so einfach. Bis jemand eingreift.

Fünfmal hat ein Wohnmobil-Händler aus Emmering schon versucht, einen über 200 000 Euro teuren Edel-Camperbus bei der Brucker Zulassungsstelle anzumelden. Fünfmal vergeblich. Dann begann das Tagblatt mit einer Recherche bei Landratsamt und Ministerium – und plötzlich ging alles ganz schnell.

Der RMB 875 ist ein imposantes Gefährt. Mit seinen 8,75 Metern erreicht das Wohnmobil die Ausmaße eines MVV-Kleinbusses. Mike Ebert (49) parkt ein Exemplar auf dem Gelände seiner Wohnmobil-Firma in der Unteren Au. Vor fünf Jahren hat der Unternehmer die Firma übernommen und seitdem weit über 100 Fahrzeuge problemlos in der Brucker Zulassungsstelle angemeldet. Doch der RMB 875, der vor wenigen Tagen noch auf der Münchner Freizeit-Messe f.r.e.e. ausgestellt war, raubt ihm nun den Schlaf. Wegen angeblich fehlender Emissions-Unterlagen bekommt er kein Nummernschild. Dabei ist das Wohnmobil längst verkauft. Doch ohne Zulassung kein Geld.

Und da der Kunde im Landkreis wohnt, muss FFB aufs Kennzeichen. Teil des Problems: Der RMB 875 ist eine deutsch-französische Coproduktion. Den Motor fertigt Iveco im italienischen Turin. Den Aufbau mit Toilette, Kochnische, Bett und Kuschelecke fabriziert ein französisches Unternehmen. Der Vertrieb erfolgt dann über eine deutsche Firma in Marktschorgast. Alles EU-Länder. Doch für Bayern ist das offenbar trotzdem nicht okay. Denn obwohl in der Bundesrepublik schon mehrere RMB 875 problemlos angemeldet wurden, geht das im Freistaat – zumindest in Teilen davon – nicht so ohne Weiteres. Und schon gar nicht in Bruck. Beim fünften Anlauf in der Zulassungsstelle hat das Tagblatt Mike Ebert begleitet. Zunächst läuft alles wie gewohnt. Dank vorheriger Terminvereinbarung übers Internet kommt Ebert am Schalter pünktlich an die Reihe. Und wie schon viermal vorher kümmert sich zunächst eine, dann eine zweite Mitarbeiterin um sein Anliegen.

Dann erlebt Ebert wieder sein Déjà-vu: Bei einer bestimmten Eingabe blockiert der Computer und ruft den Dienststellenleiter herbei. Der wiederum erklärt sich erneut knapp und bestimmt als nicht zuständig: Die Angelegenheit werde vom bayerischen Verkehrsministerium bearbeitet. So lange von da keine Antwort komme, sei der Weg von Ebert aus der Unteren Au in die Hasenheide umsonst. Aussichtsreicher wäre ein Umweg über Starnberg. Denn in der dortigen Zulassungsstelle – das hat der 49-Jährige vor einer Woche getestet – würden ihm die Kennzeichen problemlos ausgehändigt. Woran das liegt, erklärt Tim Rüttgers vom Deutschen Caravan-Verband in Frankfurt: „Zulassungsanlegenheiten sind Ländersache. Der Bund und die EU haben damit gar nichts zu tun.“

Manche Mitarbeiter in den Zulassungsstellen seien über aktuelle Entwicklungen nur schlecht oder gar nicht informiert. Ob das nun Bruck oder Starnberg zutrifft, will Landrat Thomas Karmasin in Eberts Fall nicht kommentieren. Der Kommunalpolitiker hat mittlerweile übergeordnete Stellen um Klärung gebeten. „Das ist ja Wahnsinn, was da alles für Unterlagen benötigt werden.“ Deshalb hat er das bayerische Verkehrsministerium eingeschaltet. Auf Tagblatt-Anfrage hieß es dort nun: „Die Sache ist im Werden.“ Und tatsächlich: Per E-Mail bekam der Unternehmer inzwischen das fehlende Formular aus Frankreich. Er hat es gleich ausgefüllt. Heute versucht es Mike Ebert wieder bei der Zulassungsstelle. Es ist das sechste Mal.

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