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Volles Haus: Die Zuschauer sahen ein mitreißendes Spiel des TuS gegen den VfL Gummersbach.

Pokal-Halbfinale Handball

TuS zwingt dem Favoriten Gummersbach alles ab

Fürstenfeldbruck – Es hätte durchaus zu Missverständnissen kommen können. Die komplette Wittelsbacher Halle stand eine Minute vor Spielende auf und applaudierte ihren Spielern. Auf der Anzeigetafel stand notiert: 31:25 für die Heimmannschaft.

Zur ganz großen Pokalsensation hat es für die Drittliga-Handballer des TuS Fürstenfeldbruck aber nicht gereicht. Als Gästeteam in eigener Halle unterlag das Team von Trainer Martin Wild dem Bundesligisten VfL Gummersbach am Samstagabend mit 27:31 (12:18) und verpasste so den Einzug ins sonntägliche Finale des Erstrunden-Turniers im DHB-Pokal.

Und dennoch machten die Panther an diesem Tag perfekte Werbung in eigener Sache. „Aus diesem Spiel können wir viel Selbstvertrauen in die Saison mitnehmen. Es hat Riesenspaß gemacht“, sagte Kreisläufer Julian Prause, der mit fünf Treffern der beste Werfer seines Teams war. Auch der Kontrahent sparte nicht mit Lob für den TuS.

„Wir hatten nicht erwartet, dass der Gegner unser Tempo bis zum Schluss mitgehen kann“, staunte Jochen Fanger, Mannschaftsverantwortlicher des VfL. Auf der Homepage der Gummersbacher stand zu lesen: „Gegen einen sehr stark aufspielenden Drittligisten musste der hohe Favorit aus der Bundesliga schon einige Male sein Können unter Beweis stellen, um schließlich als verdienter Sieger vom Parkett zu gehen.“

Tatsächlich ließen sich die Gastgeber an diesem Abend nicht abschütteln, der Vorsprung des haushohen Favoriten betrug nie mehr als sieben Tore. Zwischendurch musste VfL-Coach Emir Kurtagic in beiden Halbzeiten frühzeitig eine Auszeit nehmen, um den frechen Aufsteiger nicht noch näher kommen zu lassen. „Ein größeres Kompliment gibt es kaum“, freute sich Wild.

Faire Panther

Dabei spielten die Panther äußerst fair, kassierte nur eine einzige Zwei-Minuten-Strafe an diesem Abend. Zudem gab es noch ganz persönliche Erfolgserlebnisse zu feiern. So blockte Tobias Prestele kurz vor der Pause den ersten Versuch des gerade eingewechselten Olympia-Helden Julius Kühn sehenswert. In den zweiten 30 Minuten parierte TuS-Keeper Michael Luderschmid einen Siebenmeter von Kühn, der jedoch im zweiten Versuch verwandelte. Der wurfgewaltige Nationalspieler musste sich angesichts der Atmosphäre in der Halle vorgekommen sein wie bei Olympia in Rio. Tropische Temperaturen und rhythmische Trommelunterstützung sorgten für ganz spezielle Bedingungen.

Eine realistische Siegchance hatten der TuS allerdings nicht. Marcus Hoffmann hatte beim Stand von 3:3 die einzig mögliche Führung vor Augen, doch er scheiterte beim Tempogegenstoß an Carsten Lichtlein. Der langjährige Nationaltorwart sorgte im Anschluss mit seinen Paraden dafür, dass der Verein für Leibesübungen mit einem Sechs-Tore-Abstand in die Pause gehen konnte.

Dennoch gab es Lob aus Südtirol. Erstligist Meran absolviert wie in den vergangenen Jahren sein Trainingslager in Fürstenfeldbruck „Ich hätte nicht gedacht, dass die Brucker vor allem in der Abwehr so gut mithalten können. Die Stimmung überrascht mich nicht, wir wissen, dass Fürstenfeldbruck eine tolle Sportstadt ist“, sagte ein Spieler der Südtiroler.

Tobias Huber

TuS Tore:

Julian Prause 5, Frederik Hartz 4, Johannes Stumpf 3, Marcus Hoffmann 3, Philip Ball 2, Alexander Leindl 2, Christian Haller 2, Sebastian Meinzer 2, Sebastian Scovenna 1, Tizian Maier 1, Tobias Prestele 1, Yannick Engelmann 1

Gummersbach Tore: 

Florian von Gruchalla 7/5, Andreas Schröder 6, Kevynn Nyokas 3, Simon Ernst 3, Julius Kühn 3, Evgeni Pevnov 2, Tobias Schröter 2, Alexander Becker 2, Matthias Puhle 1, Mark Bult 1, Sebastian Schöneseiffen 1

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