Die Kunst des Schnitzens zeigt Fritz Walter in seinem Haus an der Sonnleiten den Besuchern während der Festtage. foto: Tomaschek

1250 Jahre Wallgau zum Anfassen

Wallgau - Eine Ortsführung mit Erlebnis-Station, das gibt's zum Jubiläum. Schnitzer, Flößer und alte Tierrassen entführen Besucher in die Zeit von anno dazumal.

In dem alten Bauernhaus an der Sonnleiten 4 sitzt Fritz Walter und schnitzt an einer Gams aus Holz.Neugierige Besucher blicken ihm über die Schulter. Nur ein paar Anwesen weiter gibt es uraltes Werkzeug der Flößer zu sehen. Überall herrscht reges Treiben.

So soll es vom 1. bis 4. August in Wallgau zugehen. Bunt und historisch. Auf diese Szenerie hofft Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU). Die Geschichte seiner Gemeinde soll erlebbar werden. Bei den Festtagen zur 1250-Jahrfeier „wollen wir einen Einblick ins Dorfleben geben, wie es früher war“, erklärt er das Konzept. „Wir möchten zeigen, was den Charakter eines Dorfes ausmacht.“ Und zwar bei einem Rundgang durch Wallgau mit etlichen Erlebnis-Station.

Jede halbe Stunde wollen Ortsführer Walter Brackenhofer und weitere Einheimische Besucher mit auf einen Streifzug durch ihre Heimat und ihre Geschichte nehmen. Startpunkt ist der Dorfplatz. Während des Spaziergangs erzählen die Führer Interessantes über das Leben von anno dazumal und die Entwicklung der 1400-Einwohner-Gemeinde. Lebendig wird die Geschichte vor allem an der Sonnleiten. Dort, wo Wallgauer altes Handwerk zeigen. In der Wagner-Werkstatt werden Wagenräder und Holzschlitten gebaut, Fritz Walter schnitzt Feld- und Hauskreuze, und im Kramerladen der Familie Holler gibt’s nicht nur eine alte Limomaschine zu sehen. Dazu gibt’s ein Glas Wein und Stubenmusi. Langweilig wird auch den Kindern nicht. Im Streichelzoo warten nicht nur Ziegen, auch exotische, alte Hühnerrassen und die seltenen Rinder der Rasse Murnau-Werdenfelser von Züchter Willi Neuner lernen sie kennen.

Wichtig ist, dass alles möglichst originalgetreu ist, wie in alten Zeiten - auch die Kleidung der Mitwirkenden. „Das soll aber keine Faschingsveranstaltung werden“, betont der Bürgermeister. Dafür sorgt Heimat-Historiker Peter Schwarz. Er steht bei der Organisation des Fests mit Rat und Tat zur Seite. Und jeder, der weitere Ideen hat, kann sie noch einbringen. „Wir sind für alles offen“, sagt Zahler.

Wer seinen Streifzug durch Wallgau beendet hat, kommt zum Dorfplatz. Dort soll ab 17 Uhr ordentlich gefeiert werden. Wallgaus Zentrum ist aber nicht nur während des viertägigen Fests Dreh- und Angelpunkt. Dort tritt zum Jubiläum bereits am 25. Mai die Landshuter Stimmungsband Lifetime auf, auch Verhandlungen für einen Kabarett-Abend mit den Raith-Schwestern laufen.

Abgerundet wird das Programm zum 1250-jährigen Bestehen von Wallgau - oder Walhogoi, wie der Ort 763 erstmals urkundlich erwähnt wurde - durch historische Vorträge. Sozusagen als Einstimmung auf das, was Gäste ab dem 1. August live erleben können. Dann sind sie mittendrin, im Dorf von anno dazumal.

Janine Tokarski

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