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Auch hier wird gekämpft: Das Mittenwalder Schwimmbad, in das in den vergangenen Jahren wegen eines möglichen Hotelneubaus nichts mehr investiert wurde, wird am 6. November geschlossen. Die Hoffnung liegt derzeit bei vielen Bürgern dort auf einem Ersatzstandort. Und auch hier wird, obwohl Mittenwald im Gegensatz zu Murnau kein „Schulstandort“ ist, über ein Bürgerbegehren nachgedacht.

Es wird an ein Bürgerbegehren gedacht

1400 Unterschriften in 14 Tagen für ein Murnauer Schwimmbad

Murnau - 1400 Unterschriften pro Schwimmbad-Bau, gesammelt in zwei Wochen. Das ist eine Resonanz, die den neuen Förderverein Hallenbad Murnau in seiner Intention nur bestätigt, dass der 12.000-Einwohner-Ort ein Becken fürs Schulschwimmen, für Reha-, Aqua-Fitness- und andere Kurse braucht. 

Die Mitbegründer des neuen Fördervereins Hallenbad Murnau, Sandra Weller, Johannes Templer (Leiter des Jugendzentrums) und Josef Bierling (CSU) sind begeistert. Rund 1400 Unterschriften sind bei ihrer Aktion in nur zwei Wochen zusammengekommen. „Im Grunde genommen wissen wir ja, dass die meisten Murnauer ein Bad befürworten“, sagt Weller. Die Schwimmtrainerin ist zuversichtlich, dass bis zur ersten offiziellen Mitgliederversammlung des Vereins am Freitag, 11. November, um 19.30 Uhr im Jugendzentrum Erlhaus im Kemmelpark an die 4000 bis 5000 Unterschriften zusammenkommen werden.

 „Natürlich auch aus der Region, aus den umliegenden Dörfern, in denen beispielsweise Eltern wohnen, die ihre Kinder nach Murnau in die Schulen bringen.“ 1200 Unterschriften ausschließlich von Murnauern bräuchte der Verein, um ein Bürgerbegehren initiieren zu können. Selbst das ist laut Weller realistisch. „Ein Bürgerbegehren ist für uns definitiv vorstellbar.“ Die Unterschriftenlisten, die in Arztpraxen, Schulen Geschäften, Cafés, Apotheken, bei Elternabenden und Elternbeiratssitzungen in den Schulen ausliegen, könnten auch über die Facebook-Seite des Vereins ausgedruckt werden. „Deshalb weiß ich gar nicht genau, wie viele tatsächlich unterwegs sind, denn da sind bestimmt auch solche, ich nenn’ sie mal Blindgänger, dabei.“

 Die Initiative um Weller, Templer, Bierling, Prof. Dr. Manfred Stöhrer, aber auch um Gemeinderäte wie Alexander Weinhart und Phillip Zoepf (Mehr Bewegen), Michaela Urban (Frauen Union), oder um Lehrer wie Stephan Schwertl vom Staffelsee-Gymnasium oder Bernhard Künzel von der Mittelschule will sich für den Neubau eines einfachen Hallenschwimmbades mit 25 Metern Bahnlänge in Murnau stark machen. Da sie sich bewusst sind, dass ein solches Vorhaben teuer wird – für einen Neubau kursieren im Verein Zahlen zwischen 2,7 und sieben Millionen Euro – sollen die Errichtung und später die fortlaufenden Kosten (die Rede ist von 400 000 Euro pro Jahr) teils durch Spenden gedeckt werden. 

Ein Bad sei vor allem deshalb nötig, weil Murnau ein so genannter Schulstandort sei, sagt Weller. „Das heißt, dass drei weiterführende Schulen am Ort sein müssen. Und Murnau hat diese drei nun mal.“ Für einen Schulstandort empfehle das Kultusministerium dringend ein Hallenbad, damit die Umsetzung des im Lehrplan festgesetzten Schwimmunterrichts umgesetzt werden könne. „Zusätzlich zu diesen Schulen haben wir noch zwei Grundschulen am Ort. Insgesamt hat Murnau 2000 Schüler in 90 Klassen“, zählt Weller auf. Dazu kämen die zahlreichen Schwimmkurse für Klein- und Kindergartenkinder, die Aqua-Fitness- und Rehakurse im Wasser. Zum Teil waren diese im Hallenbad des BRK-Seniorenwohnen Ruhesitz Staffelsee untergebracht. Das BRK hatte im Juni dieses Jahres jedoch die Schließung seines Bades bekanntgegeben. Zunächst wegen eines Chloraustritts vorübergehend, später dann endgültig.

 Diese Entscheidung war nicht nur für Fitness-Trainer oder Schwimmschulen, sondern auch für viele Senioren, die dort schwimmen gingen, eine verheerende Nachricht. Derzeit kümmern sich die Gründer des Fördervereins Hallenbad Murnau in erster Linie um die rechtlichen Formalitäten, damit das bis dato vorläufige Konstrukt bei der ersten Mitgliederversammlung am 11. November offiziell gegründet und ein richtiger Vorstand gewählt werden kann. Für dieses erste Treffen erhoffen sie sich eine rege Resonanz. Wie auf Nachfrage des Tagblatts bekannt wurde, liegen im Rathaus nun auch die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für einen möglichen Badbau vor, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte. Der Inhalt der Studie soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen bekanntgegeben und besprochen werden.

Michaela Sperer

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