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Die Asyl-Unterkunft in Murnau-Moosrain: 45 Menschen leben aktuell dort; darunter b efinden sich elf Fehlbeleger, die sich eigentlich eine Wohnung suchen müssten.

Schwierige Lage auf dem Murnauer Immobilienmarkt

Anerkannte Flüchtlinge: Wohnungen verzweifelt gesucht

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21 Fehlbeleger leben in Murnaus Asyl-Unterkünften: anerkannte Flüchtlinge, die ausziehen müssten, aber keine Wohnung finden. Sie verschärfen die Lage auf dem längst angespannten Immobilienmarkt. Dieses Problem wird wohl weiter wachsen.

Murnau– Monatelang unterstützte Angelika Mühlbauer bei Murnau Miteinander Flüchtlinge, unter anderem bei der Wohnungssuche: „ein ganz schwieriger Job.“ Für rund 100 Objekte gab sie Bewerbungen ab – und scheiterte ein ums andere Mal. Dann machte sie die Misere übers Tagblatt publik. Letztlich fanden mit ihrer Hilfe fünf Familien eine Wohnung. Ihr Resümee: Suchen Flüchtlinge selbständig auf dem freien Markt eine Bleibe, „ist das absolut zum Scheitern verurteilt“.Ohne die Unterstützung von Helfern läuft nichts – und selbst dann gestaltet sich diese Mission äußerst diffizil.

Die Folge: Viele anerkannte Flüchtlinge bleiben in den Asylbewerberunterkünften, so lange es dort Platz gibt, weil sie außerhalb nicht fündig werden und ihnen sonst die Obdachlosigkeit droht. Dafür wären die Gemeinden für sie zuständig. Notfalls werden die Betroffenen momentan in andere Häuser verlegt.

21 dieser Fehlbeleger gibt es aktuell in Murnau: Zwei Familien aus Syrien und Afghanistan, insgesamt zehn Leute, wohnen im Norden der Gemeinde in Räumen, die das Ausländeramt angemietet hat; zwei afghanische Familien und vier Eritreer werden in der Asyl-Unterkunft in Moosrain, die aktuell mit 45 Menschen belegt ist, trotz Anerkennung geduldet. Für Einrichtungsleiter Sven Ojeda Febles ist „absehbar, dass die Zahl der Fehlbeleger ansteigt. Dieses Problem wird wachsen“.

Davon geht auch Sarah-Jean Buck aus, Fachdienstleiterin der Asylsozialberatung bei der Caritas Garmisch-Partenkirchen: „Das löst sich nicht mit der Zeit von allein, das bleibt und staut sich auf. Und irgendwann wird es eskalieren“ Die Frage, die sich ihr stellt: Wird die Politik vorher reagieren – oder abwarten, bis gar nichts mehr geht?

Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sieht das Feld kommunaler Wohnungsbau und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum („möglichst bald“) als „Kernaufgabe in dieser Amtsperiode, das muss Top-Thema sein“ – und zwar unabhängig von Migranten, die diese Misere verschärfen, meint er. Schon ohne diese Gruppe reiche für die einheimische Bevölkerung der bezahlbare Wohnraum nicht aus. „Wir machen das auch für unsere Leute und würden die Sache mit gleichem Nachdruck vorantreiben, wenn wir keine Flüchtlinge hätten.“ Beuting bemerkt „große Eifersucht und eine Neiddebatte“, spricht von „enorm, enorm, enorm hohem sozialen Sprengstoff“. Der Bürgermeister weiß, dass im Laufe der Zeit Mietverträge für Asylunterkünfte auslaufen werden, und er kann sich „nicht vorstellen“, dass der Staat dann noch für die Unterbringung von Flüchtlingen mit Bleibestatus aufkommen möchte. Die Zahl der Fehlbeleger zeige, dass „dringender, hoher Handlungsbedarf“ bestehe.

Zumal Eberhard Beucke bei offiziell 21 Anerkannten ohne Wohnung „eher von der Untergrenze“ ausgeht. Es gebe zusätzlich Familien in Häusern, die zur Jahresmitte abgerissen werden sollen, betont der Aidlinger, der in Team 7 von Murnau Miteinander mit einem Kollegen die Familienpaten organisiert. „Derzeit werden sicher für 30, 35 Leute Wohnungen gesucht.“ Dies gestalte sich im Ort „absolut schwierig“, betont Beucke, der ebenfalls damit rechnet, dass sich die Lage heuer zuspitzen wird, zumal Asyl-Altfälle bis zum Frühjahr abgearbeitet werden sollen. „Man muss davon ausgehen, dass die, die eine Anerkennung erhalten, automatisch zu Fehlbelegern werden.“ Immer wieder hört Beucke, dass Vermieter ihre Objekte lieber leer stehen lassen, als sie an Flüchtlinge zu vermieten – und appelliert mit Nachdruck an Eigentümer, sich zu überlegen, ob sie nicht doch Räume zur Verfügung stellen wollen. „Denn es ist nicht so, dass es keine Wohnungen gibt.“ Und die finanzielle Seite sei geklärt. Wer nicht arbeite, so Buck, für den trage das Jobcenter die Miete, sofern sie bewilligt werde.

Doch viele, weiß Buck, haben Vorbehalte gegen Flüchtlinge. Bei einer erfolgreichen Vermittlung „läuft das in Murnau alles übers Ehrenamt“. Helfer lösen dann auch das Sprachproblem. Ein Erfolg auf eigene Faust? „Unmöglich.“

Beuting lobt das Engagement der Helferkreise. Die Unterstützer aber, die viel improvisieren müssen, wähnen sich offenbar teilweise allein gelassen. Beucke jedenfalls hat den Eindruck, dass „sich niemand verantwortlich fühlt. Da gibt es einzelne, die sich der Familien ehrenamtlich annehmen. Und das ist es“.

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