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Zettel um Zettel ziehen die Glücksfeen (l.) Anastasia und Franziska Rieger aus dem Sack. Ihnen helfen Baptist Koller (3.v.l.) und Hans Beck (r.), während Pascal Purin von Karwendel TV die Auslosung der 444 Teilnehmer mit der Kamera filmt.

Teilnehmer-Auslosung für "24 Stunden von Bayern"

Fesche Glücksfeen springen für Magdalena Neuner ein

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Wallgau - Erst Nieselregel und dann noch diese Nachricht: Magdalena Neuner sagte kurzfristig ihre Aufgabe als Glücksfee für die Auslosung auf der Maxhütte ab. Sie war krank. 

Hektik bricht im Büro der Alpenwelt Karwendel aus. Und das gleich in den frühen Morgenstunden. Magdalena Neuner ist krank. Ausgerechnet an dem Tag, an dem die Ex-Biathletin auf der Wallgauer Maxhütte die 444 Teilnehmer für das Wanderspektakel „24 Stunden von Bayern“ ziehen sollte. Oh je. Was jetzt? Planänderung. Eine Alternative muss gefunden werden. Das nimmt Wallgaus Rathauschef Hansjörg Zahler (CSU) gleich selbst in die Hand. Er funkt die Schuldirektorin an, fragt, ob er sich Anastasia (8) und Franziska (6) Rieger als Losfeen ausleihen dürfe. Wenige Stunden später sitzen die Schwestern fesch rausgeputzt in Tracht auf zwei Strohballen an der Maxhütte und walten ihres Amtes. Der perfekte Ersatz für die prominente Sportlerin.

In einem mit Stroh gefüllten Sack sind die Anmeldezettel gebettet. Alles andere als wenig: 2102 Bewerbungen für die Wanderung des Jahres am 25. und 26. Juni. „Das sind so viele wie noch nie“, sagt Projektleiter Baptist Koller. „Absoluter Rekord.“ Menschen aus neun Nationen, wie Belgien, der Schweiz oder Frankreich wollen bei der Großveranstaltung mitmachen. „Die weiteste Entfernung ist Norwegen“, ergänzt Judith Fiedler, Vize-Geschäftsführerin der Alpenwelt Karwendel. Und das obwohl die Wanderung nicht im Ausland beworben wird. Doch wer starten darf, das liegt nur noch in den Händen von Anastasia und Franziska.

100 Teilnehmer auf der Warteliste

Einen Zettel nach dem anderen ziehen sie aus dem Sack. Bei 444 Personen liegt die Teilnehmergrenze. „Was, soviele?“, fragt die Achtjährige ungläubig. Puh, kurz mal Durchschnaufen. Weiter geht’s. Und selbst mit der Zahl ist es nicht getan. Auch für die 100 Kandidaten für die Warteliste sind die zwei Madln zuständig. Nach etwa einer halben Stunde haben sie es geschafft. Applaus für die Neuner-Vertretungen.

Die zwei haben 1a-Arbeit abgeliefert, dennoch wäre die Biathlon-Weltmeisterin der Aufgabe gerne selbst nachgekommen. „Sie hat mir eine todtraurige SMS geschickt“, erzählt Zahler. Der erste Satz: „Der Super-GAU ist eingetreten.“ Es ging einfach nicht. Als kleines Trostpflaster haben sich die Anwesenden vor Ort aber spontan etwas einfallen lassen. Handy raus, Klappe und Action. Vor dem Strohlostopf versammelt filmten sie sich und wünschten Neuner eine gute Besserung – „Kimm schnell wieda auf’d Fiaß“.

Vorbereitungen laufen nach Plan

Für die Organisatoren dagegen beginnt langsam der Endspurt der Vorbereitungen. Die Streckenplanung steht. Jetzt geht es darum, die Verpflegung zu regeln und die Details für die einzelnen Stationen festzulegen, damit Ende Mai das Road Book – ein Infoheftchen über die genauen Standorte der Stationen – erscheinen kann. „Es läuft alles gut“, sagt Fidler. Und nachdem die Generalprobe, die Auslosung, nicht ganz ohne Komplikationen abgelaufen ist, hofft sie auf eine umso gelungenere Premiere von „24 Stunden von Bayern“ im Isartal.

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