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Herzlichen Glückwunsch: Wahlleiter Alois Bernhard stößt mit Aloisia Gastl an.  

Neue Bürgermeisterin in Spatzenhausen

90,4 Prozent der Stimmen für Aloisia Gastl 

Aloisia Gastl hatte auf viele Stimmen gehofft. Der Wunsch ging in Erfüllung. Sie erhielt am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Spatzenhausen 90,4 Prozent der Stimmen. Die Beteiligung war mit 55,7 Prozent relativ niedrig.

Spatzenhausen – Sie hatte nicht nach diesem Amt gestrebt. Doch das Schicksal kam dazwischen. Nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Rathauschefs Georg Wagner übernahm Vize Aloisia Gastl (59) die Verantwortung im Spatzenhauser Rathaus. Zunächst kommissarisch. Die Hofheimerin, die aus der Hollerdau stammt, wurde dann auf einer Aufstellungsversammlung zur Bewerberin um das verwaiste Amt gekürt. Am Sonntag ist die Hausfrau und Nebenerwerbslandwirtin nun zur neuen ehrenamtlichen Bürgermeisterin von Spatzenhausen gewählt worden. Sie erhielt 90,4 Prozent der Stimmen. Die 59-Jährige war einzige Kandidatin.

„Wahnsinn“ – so lautete ihre erste Reaktion, als sie gegen 19 Uhr mit ihrem Mann und Tochter Eva-Maria im Haus des Gastes eintraf und das Ergebnis mitgeteilt bekam. So eine hohe Zustimmung hatte sie sich zwar im Vorfeld gewünscht. „Aber man weiß ja nie“, sagte die Hofheimerin, die alle „Lisi“ nennen. Mit 90,4 Prozent der Stimmen ist Gastl jedenfalls sehr zufrieden.

345 Wahlberechtigte gaben ihr Votum ab, 312 von ihnen stimmten für Gastl. Die Beteiligung war mit 55,7 Prozent relativ niedrig. Man zählte 65 Briefwähler. Wie es sich gehört, knallten im Wahllokal die Sektkorken. Danach begaben sich die Anwesenden in den Gasthof Weiß zum Essen. Den Tag verbrachte die neue Rathauschefin bis halb drei mit Hausarbeit. Danach begann dann langsam die Nervosität.

Als Bürgermeisterin will sie nicht nur verwalten, wie sie am Wahlabend mitteilte. „Ich will, dass was vorwärtsgeht.“ Sie möchte die Bevölkerung einbinden und auch den Gemeinderat. In dem Gremium sitzt sie seit 2008.

Es stehen diverse Projekte an. In Hofheim geht es darum, das Wasserleitungssystem an der Dorfstraße Süd zu erneuern, bevor dieser Bereich verschönert wird. In Waltersberg soll eine Art Dorfplatz entstehen. Längerfristig sind Sanierungen geplant, wie etwa am Haus des Gastes oder auch am Bauhof.

Gastl hat in den vergangenen Monaten schon einige Stunden pro Woche im Rathaus verbracht. Aber damit ist es bekanntlich nicht getan, wenn man eine Gemeinde anführt. Da gibt es diverse Termine, am vergangenen Freitag war Gastl zum Beispiel beim Tourismustag im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum. Auch Bürgermeisterdienstbesprechungen wird die Hofheimerin besuchen. Ihr Mann Johann ist zuversichtlich. „Das macht sie schon.“

Gastl, die sich selbst „eine Zuagroaste“ nennt, ist die dritte amtierende Erste Bürgermeisterin im Landkreis – neben Dr. Sigrid Meierhofer (Garmisch-Partenkirchen) und Gisela Kieweg (Bad Bayersoien). Beide sind seit 2014 im Amt.

Mit ihrem Mann Johann führt Gartenbäuerin Gastl eine kleine Nebenerwerbslandwirtschaft. Jungvieh, Kälber und Ponys stehen im Stall, zwei Pferde bekommen ein Gnadenbrot. Zum Anwesen, das seit 1830 besteht, gehört etwas Grünland und Wald. Gastl, die Industriekauffrau gelernt hat, ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern: Eva (27) und Florian (29).

Ihr Stellvertreter wird in der nächsten Sitzung des Gemeinderats gewählt. Diese findet voraussichtlich am Donnerstag, 9. November, statt.

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