Hoch droben sitzen Petra Baumgartl-Stähle (v.r.), Reinhard Hausner und Andreas Nagelmüller auf den Kamelen und gönnen ihren Beinen eine Pause vom Wandern durch die Wüste. Foto: privat

Abenteuer in der Wüste

Murnau - Eine außergewöhnliche Reise liegt hinter 14 Mitarbeitern der Unfallklinik Murnau. Zwei Wochen verbrachten sie in der Wüste Sinai.

„Wenn jetzt jemand zu mir sagt, ,Dich schick’ ich in die Wüste‘, dann wär das das allerschönste überhaupt für mich“: Das steht für Traudi Sontheim aus Garmisch-Partenkirchen, Mitarbeiterin in der Unfallklinik (UKM), nach dieser Reise fest. Gemeinsam mit Veranstalter Edgar Müller, dem ehrenamtlichen Klinikseelsorger de Hauses, Diakon Alfred Fischer, der ebenfalls dort als Klinikseelsorger tätig ist, und 13 ihrer Kollegen flog sie im November nach Ägypten. Genauer gesagt ans Rote Meer, nach Sharm el Sheich. Von dort aus ging es in den Ort Nuweiba. Hier verbrachte die Gruppe die erste und die letzten beiden Nächte der Tour.

Dazwischen lag eine „unglaubliche“ Zeit, wie Müller betont. Er selbst hatte das Erlebnis 2004 mitgemacht. Nun lernt er seit fünf Jahren arabisch und veranstaltete seit 2009 schon acht dieser Reisen auf dem Sinai. „Die Leute in unserer Gesellschaft sind dermaßen gestresst, sie brauchen Ruhe - und die kriegen sie am besten in der Wüste“, erklärt der 58-jährige Ohlstädter, „denn dort gibt es weder Fernsehen noch Handy und Email“.

Traudi Sontheim, für die es der erste Trip in die Wüste war, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: „Was das Beeindruckendste war, kann ich gar nicht sagen. Ich bin mit dem Schauen nicht fertig geworden“, erzählt die 44-Jährige begeistert. „Die Art des Lebens hat mich sehr beeindruckt.“ Mit dem Sonnenaufgang wird auch der Mensch aktiv, mit dem Sonnenuntergang um 17 Uhr ist man bereits am Rastplatz angekommen. Und um 20 Uhr haben die Reisenden meistens geschlafen - unter dem freien Sternenhimmel.

Bei einer sengenden Hitze von 35 Grad wanderten die Teilnehmer stundenlang durch die Natur, rund 25 Kilometer täglich. Begleitet wurden sie von Beduinen und Kamelen, auf die sie auch aufsteigen konnten, wann immer sie wollten. Den ersten Ritt auf einem der großen Tiere beschreibt Sontheim als spannend. „Später wird das Schaukeln normal - und eine nette Abwechslung zum Wandern.“ Weiter erzählt sie von der unendlichen Freiheit und Weite, der „gigantischen“ Morgendämmerung und den faszinierenden Farben.

Für Diakon Fischer, der für den biblischen Impuls während der Reise verantwortlich war und Meditationen anbot, war es ebenfalls der erste Besuch in einer Wüste. „Es war eine Wahnsinnserfahrung, mit so gut wie nichts unterwegs zu sein und die Gruppe immer besser kennenzulernen.“

Die Nahrung für eine Woche sowie die grundlegendsten Dinge (Töpfe, Kessel, Schlafsäcke) transportierten die Kamele, das Essen bereiteten die Beduinen zu. Täglich backten sie frisches Fladenbrot, das es mit Schafskäse, Feigenmarmelade und Datteln zum Frühstück gab. Zum Mittag servierten sie Fladenbrot mit Gemüseeintopf und abends Reis mit Linsen oder Kartoffeln, zweimal sogar Nudeln mit Thunfisch. „Man kann die Begeisterung gar nicht richtig in Worte fassen, man muss das selbst erlebt haben“, betont Sontheim. „Ich bin immer noch dabei, alles zu verarbeiten.“ (sf)

Auch interessant

Kommentare