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Der Abrams-Komplex: Dort sind derzeit rund 270 Flüchtlinge untergebacht.

Marktgemeinde sehr an Kauf interessiert

Abrams-Komplex wird zum Objekt von Begierden

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Garmisch-Partenkirchen - Wie geht's weiter mit dem Abrams-Komplex? Das Areal soll weiter als Flüchtlingsunterkunft dienen, selbst wenn der Markt das Areal von der Bima kauft. 

Im Informationsfluss zwischen der Regierung von Oberbayern und dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen scheint es irgendwo zu klemmen. Von der Entscheidung, die Erstaufnahme-Einrichtungen in Oberbayern bis auf vier – darunter das Abrams in Garmisch-Partenkirchen zu schließen –, die Regierungspräsident Christoph Hillenbrand bei einem Besuch in Penzberg (Weilheim-Schongau) am Montag bekannt gab, weiß weder Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf noch die zuständigen Stellen. „Bei uns liegt derzeit nichts vor.“ Grund für das vorzeitige Ende ist laut Hillenbrand die derzeit sinkende Zahl an Flüchtlingen, die neu nach Oberbayern kommen. Seit Jahresende habe die Regierung die Zuweisung an die Landkreise daher von 51 auf 31 Asylbewerber pro Woche reduziert. Ab dieser Woche, so der Regierungspräsident, sinke diese Zahl nochmals um 20 Prozent.

Allerdings sprach der Regierungspräsident auch von einer Gratwanderung, da sich die Entwicklung nicht prognostizieren lasse. Deshalb müssen ihm zufolge die Kapazitäten sofort hochgefahren werden, wenn die Zahl der Flüchtlinge stark ansteigt, und zwar innerhalb von 36 bis 48 Stunden.

Dass das Abrams, wo derzeit rund 270 Asylbewerber untergebracht sind, von der Regierung weiter für ankommende Migranten genutzt wird – für die Kreis-Behörde kein Problem. Im Gegenteil. „Wir sind darüber nicht unglücklich“, erklärt Scharf, „weil das Abrams auf unser Kontingent, das wir unterbringen müssen, aufgerechnet wird. Gäbe es das Abrams nicht, müssten wir für die Flüchtlinge andere Unterkünfte im Landkreis suchen.“

Das Interesse der Regierung von Oberbayern am Abrams-Komplex im Ortsteil Garmisch kann Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) nachvollziehen. Das weitläufige Areal mit zahlreichen Gebäuden befindet sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). „Deshalb kostet es dem Steuerzahler nichts“, sagt Meierhofer. Allerdings hat der Markt Garmisch-Partenkirchen ein Auge auf die ehemalige Kaserne geworfen. Meierhofer bemüht sich um einen Kauf, der zum großen Teil aus den Millionen der Leifheit-Stiftung finanziert werden soll, selbst wenn der Komplex teilweise weiter für Flüchtlinge genutzt wird. „Natürlich wird der Freistaat weiter mitreden wollen“, glaubt Meierhofer. Die Rathaus-Chefin befindet sich in Gesprächen mit der Bima. In der Gemeinderatssitzung am 20. April will sie sich die Kaufabsicht absegnen lassen. Sollten die Fraktionen zustimmen, will Meierhofer wenige Tage später mit der Bima in konkrete Verhandlungen über den Preis, der sich nahe der zehn Millionen Euro bewegen dürfte, und die weiteren Modalitäten einsteigen.

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