Ein Filetgrundstück, um dessen Zukunft sich viele Gerüchte ranken: der Abrams-Komplex im Ortsteil Garmisch. Jetzt werden erste Gerüchte bestätigt. Grafik: Holzapfel

Abrams-Komplex: Gemeinde wird aktiv

Garmisch-Partenkirchen - Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen hat eine wichtige Information bekommen: Die US-Army will das Abrams-Gelände zurückgeben. Nun will es der Markt für die touristische Nutzung sichern.

Das Abrams-Gelände wird geschlossen, die US-Amerikaner wollen das Grundstück an die Bundesregierung zurückgeben. Damit wird ein 44 208 Quadratmeter großes Filetgrundstück im Ortsteil Garmisch frei. Für die Marktgemeinde ist all das, worüber bereits seit Monaten in Garmisch-Partenkirchen spekuliert wird, mehr als ein Gerücht. Sie wird schon aktiv: In seiner Sitzung hat der Bauausschuss einstimmig beschlossen, ein Bauleitplanverfahren für das Abrams-Areal einzuleiten. „Seitens des Marktes ist geplant, die betreffenden Flächen für eine touristische Nutzung planerisch zu sichern.“ Dies teilt Sprecher Florian Nöbauer in einer Presseerklärung mit. Von der Rückgabeabsicht habe der Markt durch die Bayerische Staatsregierung erfahren. Unter deren Federführung seien nun auch Gespräche geplant, an denen die Gemeinde beteiligt ist.

Woher die Staatskanzlei ihre Informationen bezieht, war am Freitag aufgrund einer internen Veranstaltung sowie der Kabinettssitzung nicht zu erfahren. Von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) jedenfalls sicher nicht. Sie würde sofort in Kenntnis gesetzt werden, sobald sich die US-Army definitiv zur Rückgabe des Areals entscheidet. Sie ist dann auch für die Vermarktung des Geländes zuständig. Aber: „Es gibt nichts Neues, uns liegt keine offizielle Freigabe vor“, sagt Dr. Peter Fösel von der Bima.

Auch die Sprecherin der US-Garnison, die die von der US-Army genutzten Liegenschaften in Garmisch-Partenkirchen verwaltet, kann keine Angaben machen. „Offiziell weiß ich nichts“, sagt Andrea Winter. Doch alles spricht für eine Rückgabe: Noch wohnen die Angestellten des Hotels Edelweiss Lodge und Resort im Abrams-Komplex. „Aber ihr Umzug wird vorbereitet. Das ist fix“, sagt Winter. „Dafür wird im Edelweiss umgebaut.“ Hotelzimmer sollen in Angestellten-Unterkünfte umfunktioniert werden. Bislang gab es auch dazu nur Gerüchte. Das Hotel konnte die Tagblatt-Anfrage bis Freitagabend nicht beantworten, will dies aber nachholen.

Das Abrams-Gelände an der Lazarettstraße ist per se durch seine 1a-Lage von größtem Interesse für jeden, der sich für Ortsplanung interessiert. In den vergangenen Wochen hat ein Filetgrundstück wie dieses und vor allem sein eventueller Verkauf noch einmal an Brisanz gewonnen. Dies hat einen Grund - und einen Namen: Franz Hummel.

Der Bauträger sicherte sich zuletzt für die Ortsgestaltung entscheidende Grundstücke, darunter die touristische Sonderzone am Gleisdreieck, Flächen an der Lagerhausstraße und am Wannerweg sowie am Partenkirchner Ortseingang. Einigen Kommunalpolitikern missfällt die Entwicklung. Elisabeth Koch, CSU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, hat gegenüber dem Tagblatt Mitte September betont, man dürfe sich nicht länger von Investoren diktieren lassen, wohin sich der Markt entwickle. „Es muss umgekehrt laufen: Wir sagen, was wir haben wollen.“ Deshalb forderte sie, eine vorausschauende Bauleitplanung anzustrengen. Zudem solle die Gemeinde den Kauf des Abrams-Geländes prüfen. Die Bauleitplanung wird nun angegangen, der Kauf aber ist für Sprecher Nöbauer kein Thema. (kat)

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