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Das seit Jahren ungenutzte Armenhaus soll abgebrochen und durch ein neues Gebäude mit insgesamt sechs Wohnungen ersetzt werden. 

Sozialer Wohnungsbau in Ohlstadt 

„Armenhaus“ wird abgerissen: Ohlstadt schafft bezahlbaren Wohnraum 

Ohlstadt - Preisgünstiger Wohnraum ist im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Mangelware. Daher sind die Tage des einstigen „Armenhauses“ am Dorfbach 11 in Ohlstadt jetzt gezählt: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Entwurfsplanung votiert, auf dem 709 Quadratmeter großen Grundstück des gemeindeeigenen Anwesens ein Mehrfamilienhaus mit bezahlbaren Mietwohnungen insbesondere für Senioren zu errichten.

Für diese Schaffung von günstigem Wohnraum wird die Gemeinde Ohlstadt das kommunale Wohnbauförderprogramm in Anspruch nehmen: „Die Konditionen sind extrem günstig“, unterstrich Bürgermeister Christian Scheuerer (parteilos). 30 Prozent der Bausumme würden dabei durch Förderung finanziert, 60 Prozent durch ein Darlehen und zehn Prozent Eigenanteil. Über die Gesamtkosten konnte er noch nichts sagen.

Das frühere Armenhaus, das seit Jahren leer steht, sei nur zu sehr hohen Kosten sanierbar, sagte er weiter. Im Neubau sind nach seinen Worten vier Wohnungen mit je 55 Quadratmetern sowie zwei mit 37 Quadratmetern vorgesehen.

Franz Gaisreiter (CSU) bereitete die Lage des Gebäudes Sorge, zumal der im Osten daran vorbeiführende Weg, den auch die Mieter mit ihren Fahrzeugen nutzen würden, im Vergleich zu bisher enger werde: „Das ist auch der Zuweg zur Schule, den viele Kinder gehen. Ich sehe darin eine Gefahr für sie“. Simon Sagmeister (BVO) schlug vor, den an der Westseite vorbeifließenden Dorfbach teilweise zu überdecken: „So könnten wir vier Parkplätze gewinnen“. Scheuerer erklärte, dass man das Gebäude durchaus noch etwas drehen könne, um Raum für den Weg zu erhalten. Michael Schödl ( NLO ) verwies darauf, dass vorgesehen ist, den Neubau behindertengerecht zu gestalten: „Deshalb sollten wir auch die Stellplatzsituation sorgfältig ausarbeiten“. Bei der Frage der Dachneigung entschied sich das Gremium für 33 Grad, das Dach des Armenhauses war mit 38 Grad etwas steiler.

Architekt Klaus Geiger, der mit dem Projekt betraut ist, verfolgte die Diskussion als Zuhörer mit Interesse. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 12. Januar 2017 wird er einen detaillierten Plan vorlegen, damit der Bauantrag offiziell auf den Weg gebracht werden kann. Gleichzeitig wird der Zuwendungsantrag für das kommunale Wohnbauförderprogramm an die Regierung von Oberbayern gestellt.

Heino Herpen 

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